Hunziker kommt. Norwich zeigt Grenzen auf.
- gruenweiss.sg
- vor 4 Tagen
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Der FC St.Gallen verpflichtet mit Andrin Hunziker einen spannenden Schweizer Stürmer, der richtig Lust auf die Ostschweiz hat. Sportlich ist das eine starke Nachricht — auch wenn der letzte Test vor dem Pflichtspielstart gegen Norwich City mit 0:3 verloren ging. Ganz so düster, wie das Resultat klingt, war der Abend aber nicht.

Der FC St.Gallen 1879 hat am Freitagabend Andrin Hunziker verpflichtet. Der 23-jährige Stürmer wechselt vom FC Basel in die Ostschweiz und unterschreibt beim FCSG einen Vierjahresvertrag. Das ist ein starker Transfer. Hunziker ist jung, Schweizer, bringt mit seinen 1,92 Metern Wucht ins Sturmzentrum — und vor allem: Er wollte unbedingt zum FC St.Gallen. Das passt. Und das freut.
Sportchef Roger Stilz beschreibt Hunziker als wuchtigen, zielstrebigen Stürmer mit sauberem Abschluss, sowohl mit dem Fuss als auch mit dem Kopf. Genau ein solches Profil hat dem FCSG nach dem Abgang von Alessandro Vogt gefehlt. Hunziker kommt nicht als fertiger Superstar, aber als Spieler mit klarer Perspektive. Einer, der in Winterthur bereits gezeigt hat, dass er in der Super League Tore erzielen kann. Elf Treffer und vier Vorlagen in 36 Spielen sind eine ordentliche Visitenkarte.

Noch nicht dabei war Hunziker im letzten Testspiel gegen Norwich City. Dieses ging im Berit Sitterstadion vor 3022 Zuschauerinnen und Zuschauern mit 0:3 verloren. Die Tore für den englischen Championship-Klub erzielten Wright in der 14. Minute, Maghoma in der 38. Minute und McConville kurz vor der Pause.
Das Resultat sieht deutlich aus. Und ja: Eine 0:3-Niederlage in der Generalprobe ist nicht das, was man sich kurz vor dem Saisonstart wünscht. Trotzdem war der Auftritt des FCSG nicht ganz so schlecht, wie es das nackte Ergebnis vermuten lässt.
St.Gallen startete ordentlich in die Partie. Die Espen versuchten, aktiv zu sein, früh Struktur ins Spiel zu bringen und über Kombinationen nach vorne zu kommen. Dann ging Norwich mit der ersten Möglichkeit in Führung. Das war effizient von den Engländern — und unglücklich für den FCSG. Beim Freistoss zum 0:1 sah Goalie Watkowiak nicht ganz glücklich aus: Er wurde in der Torhüterecke erwischt, auch wenn der Abschluss stark getreten war.

Bis zum letzten Pass machte St.Gallen vieles gar nicht so schlecht. Auffallend war, dass die Mannschaft deutlich häufiger als noch in der vergangenen Saison versuchte, sich spielerisch nach vorne zu kombinieren. Weniger lange Bälle, mehr flacher Aufbau, mehr Mut im Versuch, Lösungen durch das Zentrum und über die Seiten zu finden. Noch fehlten Genauigkeit, Timing und Durchschlagskraft. Aber der Ansatz war sichtbar. Vielleicht war es sogar ein Hinweis darauf, wohin sich der Spielstil unter Enrico Maassen weiterentwickeln soll.
Norwich zeigte dagegen, was ein guter Testgegner zeigen soll: Qualität, Tempo, Körperlichkeit und Effizienz. Enrico Maassen wollte vor dem Pflichtspielstart nochmals einen Gegner, der seine Mannschaft fordert und ihr Grenzen aufzeigt. Genau das ist gelungen. Norwich bestrafte Fehler konsequent, war vor dem Tor klarer und nutzte die entscheidenden Momente besser.
Nach der Pause hielt St.Gallen immerhin die Null. Das klingt nach einem kleinen Trostpreis, ist aber nicht ganz unwichtig. Maassen wechselte später mehrfach, unter anderem kamen Frokaj, Besio, Owusu, Konietzke, Rans, Verinac, Fazliji, Ruiz und Dumrath zum Einsatz. Owusu deutete mit seinem hohen Tempo an, dass er gefährlich werden könnte. Auch Rans war auffällig, wenn auch nicht fehlerfrei.

So bleibt ein gemischter Abend. Auf der einen Seite die klare Niederlage gegen Norwich, die zeigt, dass vor dem Pflichtspielstart noch einiges geschärft werden muss. Auf der anderen Seite die Verpflichtung von Andrin Hunziker, die richtig Freude macht. Ein junger Schweizer Stürmer, der zum FCSG will, der Profil mitbringt und der diesem Kader eine zusätzliche Dimension geben kann.
Und trotz allem: Die Vorfreude ist riesig. Nach vier Wochen WM-Fussball am TV endlich wieder Fussball im Stadion. Endlich wieder Rasen, Stimmen, Bierbecher, Nervosität, Sitterstadion. Es geht wieder los.
Kurz gesagt: Das Spiel war kein Fest. Der Transfer schon.
Bild: Franz Schefer und zvg
Text: Marc Baumeler

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