Wieder greift der VAR ein. Wieder ist es spielentscheidend.
- gruenweiss.sg
- vor 4 Tagen
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Der FC St. Gallen zeigt beim Gastspiel in Luzern zwei Gesichter: effizient und stark bis zum Platzverweis gegen die Neuverpflichtung im Sturm. Unglücklich und unkonzentriert danach. Am Ende bleibt nur ein Punkt – und viel Frust.

Aufreger: Alessandro Vogt drückt als Doppeltorschütze dem Spiel seinen Stempel auf. Sein erster Treffer ist ein echtes Highlight: Lanciert von Captain Görtler zieht er aus rund zwölf Metern und spitzem Winkel ab – der Ball schlägt wuchtig und unhaltbar ein. Extraklasse! Nach der Pause ist es erneut Vogt, diesmal herrlich von Christian Witzig lanciert, der allein auf Luzerns Keeper Pascal Loretz zuläuft und die Kugel überlegt zum 2:0 einschiebt. Souverän, kaltschnäuzig, ein Doppelpack, der St. Gallen eigentlich auf die Siegesstrasse hätte bringen müssen.

Makel: Doch schon wieder gelingt es dem FC St. Gallen nicht, einen 2:0 Vorsprung ins Ziel zu bringen. Und auch heute sorgt eine VAR-Intervention für den Umschwung im Spiel. Antonio Verinac – erst seit wenigen Tagen im Kader und kaum zwei Minuten auf dem Feld – sieht nach einem Ellbogenschlag die Rote Karte. Danach geraten die Espen immer stärker unter Druck. Beim entscheidenden Gegenstoss verpasst es Cima Okoroji, ein taktisches Foul zu begehen, und so nutzen die Luzerner den freien Raum konsequent: Erst der Anschlusstreffer, dann in letzter Sekunde der Ausgleich. Zwei verlorene Punkte.

Schiedsrichter: Feday San leitet die Partie ruhig und mit klarer Linie. Nach VAR-Intervention schickt er Verinac mit Rot vom Feld – eine harte, aber sicherlich nicht komplett falsche Entscheidung. Und trotzdem: Auch heute reklamiert auf dem Feld niemand. Auch auf den Rängen bleibt es ruhig. Verinac löst sich aus der Umklammerung seines Gegenspielers und trifft ihn mit dem Ellbogen im Gesicht. Das ist Foul. Das ist wohl «einen Ticken drüber», wie es Lukas Görtler im Interview nennt.
PS: Stanic fehlt heute auf dem Matchblatt. Grund dafür ist ein Ellbogenschlag, den er vor Wochenfrist bei einem Servette-Freistoss einstecken musste. Damals meldete sich Volketswil nicht. Dafür heute – um Verinac vom Platz zu stellen. Ciganiks sein «Opfer» steht kurz nach der Aktion auf und spielt zu Ende. Ohne Gehirnerschütterung. Ohne sonstige Blessur.
Skurril: Luzerns Stadionspeaker. Von der «rüdig verreckten» Fasnacht sehen wir ja noch ab. Davon haben wir tatsächlich keine Ahnung. Dass aber beinahe jede gelungene Luzerner Aktion von ihm über die Mikrofone lautstark gefeiert wird, mutet seltsam an. Es gibt schlechte Verlierer. Er ist ein schlechter Gewinner.

Luzern – St.Gallen 2:2 (0:1)
Swisspor-Arena 12'673 Fans
Tore: 32. Vogt 0:1, 68. Vogt 0:2, 86. Kabwit 1:2, 95. Vasovic 2:2.
LU: Loretz; Dorn, Knezevic (76. Bajrami), Freimann, Ciganiks; Winkler (59. Silva Ferreira), Abe (78. Vasovic), Owusu; Di Giusto; Von Moos (46. Kabwit), Villiger (76. Karweina).
SG: Zigi; Gaal, May, Okoroji (89. Ruiz); Daschner; Vandermersch, Görtler, Boukhalfa, Witzig (81. Vallci); Vogt (71. Verinac/74. Besio), Balde.
Ref: Fedayi San
VAR: Luca Piccolo
Stimmen zum Spiel:


Bilder zum Spiel
Bild: Cyriac Schnyder
Ton und Text: Marc Baumeler
























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