Shaq ist heute ein St.Galler
- gruenweiss.sg
- 30. Nov. 2025
- 3 Min. Lesezeit
Im St. Jakobspark wird gekämpft, gezerrt und geschlagen. Die beiden Teams schenken sich nichts. Weil die Basler allen Zuschauenden eine geradezu skurrile Lehrstunde erteilen in der Disziplin „wie versemmle ich jede, aber wirklich jede Chance…“, fährt der Espenbus mit einem Punkt nach Hause.

Das Spiel: Es ist nicht schön anzuschauen. Es gibt kaum Passfolgen über drei Stationen. Dazu ist der Rasen offenbar so glitschig, dass sich bei schnellen Richtungswechseln kaum ein Spieler auf den Beinen halten kann. St.Gallen verteidigt familiär und leidenschaftlich, Basel vergibt dickste Chancen. Dennoch liegt ein Überraschungscoup für St.Gallen in der Luft. Vogt scheitert mit seinem Abschluss aus kurzer Distanz an Hitz. Das wär aber auch saufrech gewesen.
Aufreger: Shaqiri ist heute ein St.Galler! In der Startphase vergibt er freistehend eine hundertprozentige Chance aus wenigen Metern und anfangs zweite Halbzeit verschiesst er einen Penalty. Die Basler zeigen eindrucksvoll, wie schwer ihnen derzeit das Toreschiessen fällt. Man möchte die St.Galler Abwehrleistung nicht schmälern, ihre Opferbereitschaft hervorheben und würdigen, aber was diese Basler heute haben liegen lassen, sucht seinesgleichen.
Abseits: Als Schiedsrichter Schärer die Teams zu Beginn aufs Feld führt, lässt er die Prozession auf halbem Weg stoppen. Die FCSG-Fans zünden ein Feuerwerk, das einzelne Ausläufer bis in die Platzmitte entsendet. Nach rund einer Minute können sich die Teams vor der Haupttribüne positionieren.

FCB – FCSG 1879 0:0 (0:0)
St. Jakob-Park, 27'666 Fans
B: Hitz; Tsunemoto, Adjetey, Daniliuc, Schmid; Soticek (66. Agbonifo), Metinho, Leroy, Otele; Shaqiri (66. Ajeti); Traoré.
SG: Zigi; May (59. Vallci), Ambrosius (66. Witzig), Stanic; Neziri; Vandermersch, Görtler (46. Balde), Daschner (66. Stevanovic), Okoroji; Vogt (84. Efekele), Boukhalfa.
Bemerkung: Zigi hält in der 52. Minute einen Foulpenalty von Shaqiri.

Einzelkritik
Zigi: Was ein Spiel von ihm! Hält den Penalty von Shaqiri! Kurz danach eine aufregende Doppelabwehr gegen Otele und Tsunemoto. Danach eine Wand für alles, was aus Basler Füssen daherfliegt.
May: Spielt ordentlich, in vielen Szenen einfach auch clever. Ist nach einer Stunde angeschlagen und wird durch Vallci ersetzt.
Stanic: Abwehrkern. Rettet beim Nachschuss in der Penaltyszene auf der Linie, bleibt nach diesem Spiel auch in Erinnerung als einer, der ganz oft am Boden liegt, weil er Schläge einstecken muss. Steht aber immer wieder auf.
Ambrosius: Kämpft, rackert und schüchtert mit seiner Zweikampfführung wie immer auch seine Gegner ein. Mit Ball sehr rustikal, meist hoch nach vorne.
Neziri: Fügt sich wieder gut ein. Shaqiri ist bis auf die oben genannten zwei Momente nicht zu sehen, was auch mit ihm zu tun hat.
Okoroji: Rettet vor der Pause in Extremis gegen Šotiček. Macht insgesamt ein ordentliches Spiel – ein paar technische Unzulänglichkeiten ausgenommen - und hat seinen besten Moment in der Nachspielzeit, als er den Schuss des komplett freistehenden Traoré blockt.
Daschner: Gefährlicher Schuss nach 17‘. Wie alle mit viel Arbeit gegen den Ball, ansonsten mit wenig Offensivaktionen.
Görtler: Früh mit Problemen in der Hüfte. Beisst bis zur Pause durch und wird dann ausgewechselt.

Vandermersch: Seine unglückliche Intervention verursacht einen Penalty. Schönes Zuspiel auf Vogt zur besten St.Galler Chance.
Boukhalfa: Arbeitet gewohnt fleissig. Kann dem Spiel ansonsten keine weiteren Höhepunkte schenken.
Vogt: Nach 67’ ist er plötzlich da: nach Zuspiel von Vandermersch kommt er vor dem Tor frei zum Schuss. Hitz verhindert den Einschlag. Es ist mit Abstand die beste Chance der Espen.
Baldé: Nach der Pause für Görtler im Spiel. Kann leider die Schlusspointe nicht setzen.
Vallci: Ersetzt nach 59‘ May. Rettet in der 75‘ auf letzter Spitze gegen den einschussbereiten Otele.
Witzig: Ersetzt nach 66‘ Ambrosius. Bringt etwas spielerische Klasse ins Spiel, aber kein Siegestor.
Stevanovic: Ersetzt nach 66‘ Daschner. Muss im Mittelfeld Löcher stopfen, gewinnt Zweikämpfe.
Malamine: Ersetzt nach 84‘ Vogt.
Stimme zum Spiel

Bilder zum Spiel
Bild: Cyriac Schnyder
Ton: Ralph Weibel
Text: James Wehrli
Redaktion: Marc Baumeler
























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