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Schuberts Verletzung trübt die Freude über den Sieg gegen YB

Der FCSG 1879 hievt sich mit einem 2:1 Sieg an die Tabellenspitze. Guindo erzielt ein Traumtor und doch fällt die Freude getrübt aus. Fabian Schubert wird nach 18 Minuten von Garcia richtiggehend umgesäbelt – die Folge: Ein Bruch des Schien- und des Wadenbeins.

Aufreger: Fabian Schubert trifft zum 1:0. Der Treffer wird annulliert, da Akolo zuvor im Abseits stand. Weil Garcia in dieser Aktion mit gestrecktem Bein in Schubert reingrätscht, verletzt sich der Österreicher schwer und wird nun lange ausfallen. Garcia erhält von Schiedsrichter Fedayi San nach Konsultation der Videobilder die Rote Karte. Solche Aktionen lassen die Schiedsrichter aufgrund der sogenannten Wait-and-see-Regel trotz klarem Abseits weiter laufen. Ohne diese Regel, wäre Schuberts Bein vermutlich noch heil. Den ersten richtigen fussballerischen Aufreger gibts dann in der 54. Minute, als Daouda Guindo den Ball aus rund 30 Metern ins linke Lattenkreuz hämmert. Traumtor! YBs Zesiger gleicht im Anschluss an eine Ecke per Kopf aus. Starker Standard der Berner. Nicht mal zwei Zeigerumdrehungen später stellt der eingewechselte Isaac Schmidt mit einem überlegten Abschluss die Führung aber wieder her. Starke Reaktion der St.Galler. Zesiger fliegt in der 69. Minute mit Gelb-Rot ebenfalls vom Platz und die Espen bringen den Sieg nachhause.


Wermutstropfen: Fabian Schubert hat sich zu Beginn dieser Saison mit hervorragenden Leistungen in die Stammelf gespielt. Peter Zeidler brachte ihn stets hinter den Spitzen und diese Position scheint wie für den Österreicher gemacht. Er leitet Bälle gut weiter, setzt so seine Stürmerkollegen in Szene und trifft auch selbst ab und an. Vier Mal schon in dieser Spielzeit. Nun wird er lange ausfallen. Schien- und Wadenbeinbruch lautet die niederschmetternde Diagnose nach dem üblen Foul von Ulisses Garcia. Schubert wird dem FC St.Gallen fehlen, und weil seit einigen Tagen das Transferfenster geschlossen ist, kann bis zum Winter auch kein Ersatz mehr verpflichtet werden. Das alles trübt die Freude über die drei Punkte, den Heimsieg und die Tabellenführung.


Schiedsrichter: Fedayi San hat die hektische Partie im Griff und zeigt eine ruhige, abgeklärte Leistung.


Abseits: Die Instagram-Reaktion von Ulisses Garcia und die Entschuldigung von YB-Trainer Wicki an der Medienkonferenz nach dem Spiel, helfen Fabian Schubert natürlich nur bedingt. Sie zeugen aber von Klasse und wirken aufrichtig und ehrlich.



FC St.Gallen 1879 : BSC Young Boys 2:1 (0:0)


Kybunpark – 19'200 Fans (ausverkauft) – SR Feday San.


Tore: 54. Guindo (Witzig) 1:0, 62. Zesiger (Ugrinic) 1:1, 64. Schmidt 2:1.


St.Gallen: Zigi; Sutter (81. Maglica), Stergiou, Stillhart, Guindo; Görtler (Cap.), Quintillà, Witzig (63. Schmidt); Schubert (22. von Moos); Akolo (63. Latte Lath), Guillemenot (63. Schneider).

BSC YB: von Ballmoos (Cap.); Rüegg (46. Blum), Camara, Zesiger, Garcia; Sierro (28. Benito), Niasse (71. Ngamaleu), Riederer, Ugrinic (76. Lustenberger); Itten (71. Nsame), Elia.


Verwarnungen: 17. Witzig (Foul), 28. Quintillà (Foul), 28. Itten (Foul), 47. Zesiger (Foul), 69. Guindo (Foul).


Bemerkungen: St.Gallen mit Watkowiak, Maglica, von moos, Vallci, Latte Lath, Karlen, Schneider, Alves, Schmidt (Ersatzbank) und ohne Münst, Kempter, Besio (alle verletzt/krank), Dumrath, Kräuchi, Jacovic, Guidotti (alle nicht im Aufgebot). YB mit Racioppi, Ngamaleu, Nsame, Rrudhani, Benito, Blum, Lustenberger, Imeri, Monteiro (Ersatzbank) und ohne Amenda (gesperrt), Fassnacht, Zbinden (beide verletzt), Petignat, Chaiwa, Maceiras, Lauper, Marzinho (alle nicht im Aufgebot). - 21. Rote Karte gegen Garcia (Foul). - 72. Gelbrote Karte gegen Zesiger (Foul).



Der Beste:



Einzelkritik


Zigi: Hält seine Mannschaft mit einer grossartigen Rettung im Spiel, als Elia entwischt und alleine auf ihn zuläuft. Auch sonst ist der Auftritt des Torhüters souverän.

Guindo: Der Beste.

Stergiou: Peter Zeidler sagte unter der Woche, Stergiou könne sich in einer weiteren Super-League-Saison nochmals beweisen und zeigen, ob er auch Stürmer wie Cedric Itten oder Jean Pierre Nsame im Griff habe. Beweis erbracht! Er hat sie im Griff.


Stillhart: Vor dem Spiel tippten wieder einige Journalistenkollegen auf Maglica in der Startelf. Auch gegen YB steht Stillhart von Beginn weg in der Innenverteidigung und rechtfertigt die Nomination mit der nächsten tadellosen Leistung.

Sutter: Zeigt heute einen weiteren soliden Auftritt.

Quintillà: Ist bissig, agil und spielt Pässe, die ankommen. Starke Leistung.

Witzig: Spielt bis zur Auswechslung eine gute Partie. Er gewinnt Zweikämpfe, erobert Bälle und spielt sie schnell in die Spitzen. Auch er steht zurecht in der Startelf.

Görtler: Will in der 18. Minute Fabian Schubert auf die Beine helfen und realisiert sofort, was passiert ist. Der Tag sei für ihn gelaufen, sagt er im Pauseninterview auf Blue TV. Dass ihm nach dieser Szene trotzdem ein überragendes Spiel gelingt, ist nicht genug hoch einzuschätzen.

Schubert: Bis zur Verletzung richtig stark und präsent. Gute Besserung, Schubi!

Akolo: Strahlt in seinen Aktionen grosse Überzeugung und grosse Ruhe aus. Er steigert sich von Spiel zu Spiel.


Guillemenot: Auch er zeigt eine solide Leistung, geht weite Wege, ist oft anspielbar und holt einige Freistösse heraus. Im Abschluss ist er heute glücklos.


von Moos: Kommt früher als geplant und ersetzt den bedauernswerten Fabian Schubert. Das macht er beeindruckend. Auch wenn er zweimal den Moment des Abschlusses verpasst, ist seine Leistung richtig gut. Hilft mit, dass die massierte Berner Defensive doch Mal für Mal ausgespielt werden kann.


Schneider: Ersetzt in der 63. Minute Guillemenot und kommt zu einigen Strafraumszenen. Mit noch etwas mehr Ruhe und Überzeugung wäre heute ein Treffer drin gelegen.


Latte Lath: Kommt ebenfalls in der 63. Minute aufs Feld. Anstelle von Akolo sorgt er mit seinem Spiel für Nervosität in der Berner Hintermannschaft. Ein Treffer gelingt ihm allerdings nicht.


Schmidt: Spielt ab Minute 63 für Christian Witzig und trifft in seiner ersten Aktion zum 2:1. Grossartig.


Maglica: Stabilisiert zum Schluss des Spiels die Defensive. Seine Kopfballstärke und seine Präzision bei diesen Kopfbällen sind hervorragend.


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