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Schmerz, lass endlich nach!

St.Gallen verliert das Spiel in Basel mit 0:1. In Anbetracht all der Absenzen hätte man vor dem Spiel vielleicht noch drauf getippt. Nach der Geschichte dieser Partie aber ist die Niederlage ein weiterer herber Tiefschlag.


Aufreger: Kurz nach der Pause grätscht Veiga Schubi um. Er trifft ihn oberhalb des Knöchels. Schiedsrichter Schnyder zieht umgehend Rot. Der FCSG-Fan denkt sich: endlich mal Gerechtigkeit! Und: es könnte tatsächlich noch zu einem Sieg reichen. Zumindest zu einem Punkt. Dass die Espen das Tor auch in einer 45–minütigen Überzahl nicht treffen, damit musste man noch rechnen. Dass sich dann St.Gallens Hintermannschaft dermassen übertölpeln lässt, dafür reicht die Fantasie zu diesem Zeitpunkt nicht aus. Die Niederlage wird so zu einem ganz fiesen Schlag in die Magengrube.


Makel: Eine Halbzeit in Überzahl und doch verlieren!


Schiedsrichter: Urs Schnyder leitet die Partie fehlerlos. Er lässt das Spiel gut laufen und fällt nicht auf Schauspielereien rein. Bei Veiga zückt er sofort Rot und liegt damit richtig.


skurril: Sechs potenzielle Stammspieler fehlen dem FCSG. Als würde es nicht reichen, verletzt sich auch noch Quintillà im Abschlusstraining. Nach dem Spiel gibt der Club bekannt, der Spanier wird mehrere Wochen ausfallen. Bänderzerrung im linken Knie. WAS IST EIGENTLICH LOS?!


Ärgernis: Der Blick auf die Tabelle! Satte 12 Punkte hat der FCSG in den letzten vier Spielen liegen lassen. Statt Träumereien um Platz eins gibt es jetzt einen erbitterten Kampf um den Strich. Nächsten Samstag gegen Winterthur, 18 Uhr beginnt er! Wer hätte das vor zwei Wochen gedacht?


abseits: Der Lichtblick ist Matthias Hüppi, den wir nach der Partie im Bauch des St.Jakob-Parks treffen. Seine «Positivität» ist ansteckend. Kein oberflächliches positives Denken, nein Überzeugung und Vorfreude auf den Strichkampf strahlt er aus. Begeistert sei er, wie das arg dezimierte Team heute in Basel über weite Strecken gekämpft und gespielt habe.



FC Basel 1893 – FCSG 1879 1:0 (0:0)

St.Jakob-Park – 21'519 Zuschauer – SR Urs Schnyder (VAR Fedayi San).


Tor: 63. Barry (van Breemen) 1:0.


Basel: Hitz; Vouilloz, Frei (Cap., 57. van Breemen), Barisic, Schmid; Avdullahu, Renato Veiga; Gauto, Kololli (86. Rüegg), Kade (53. Xhaka); Barry.


St.Gallen: Zigi (Cap.); Zanotti, Stanic, Vallci, Okoroji (85. Parente); Stevanovic; Sutter (74. Konietzke), Toma (85. Krasniqi), Schmidt (74. Mambimbi); Schubert (54. Möller), Akolo.


Verwarnungen: keine.


Bemerkungen: Basel ohne Comas, Hunziker, Essiam, Lopez (alle verletzt), Lang, Dräger, Malone, Sigua, de Mol, Ajeti, Kacuri, Onyegbule, Adjetey, Zé Junior (alle nicht im Aufgebot). St.Gallen mit Watkowiak, Janitzek, Mambimbi, Möller, Kraniqi, Lymann, Konietzke, Beeli, Parente (Ersatzbank) und ohne Diaby, Witzig (beide gesperrt), Quintillà, Geubbels, von Moos, Karlen, Görtler, Fazliji, van der Venne (alle verletzt), Dumrath, Nuhu (beide nicht im Aufgebot). – 45.+1 Lattenkopfball von Barisic. – 46. Rote Karte für Renato Veiga (Foul). – 49. Lattenkopfball von Stanic.



Einzelkritik


Zigi: Keine Chance beim 0:1. In der Nachspielzeit, nach Eckball mit einer dicken Chance zum Ausgleich.

 

Zanotti: Rackert viel, ist voll im Spiel und sehr aktiv in beide Richtungen. Hadert zuweilen (zurecht) mit seinen Mitspielern, die ihn immer wieder ungenau anspielen. Kaum einmal kann so über die rechte Seite flüssig angegriffen werden.

 

Stanic: Als hätte er nach dem Eigentor gegen Servette noch eine Rechnung offen, ist er derjenige St.Galler mit den besten Chancen. Vergibt in der 6. Minute nach Eckball freistehend aus fünf Metern. In der 49. trifft er mit einem Kopfball die Latte. Und ja: den muss er machen. Wo steht er beim Gegentreffer? Überlässt Vallci ungesichert dem Schicksal.

 

Vallci: Beim 0:1 wird er von Barry ganz schön abgekocht. Der Basler nutzt seine Tempoüberlegenheit, überläuft ihn und schlenzt den Ball in die entfernte Ecke.

 

Okoroji: Guter Abschluss nach 31 Minuten. Solider Auftritt insgesamt.

 

Sutter: Zeigt eine anständige Partie. Baut aber stark ab. Sein Zusammenspiel mit Positionskonkurrent Zanotti wird zunehmend unpräziser.

 

Stevanovic: Hat Hochs und Tiefs. Kann Quintillà nicht vergessen machen. Hat zu wenig Ideen und ist alles in allem in diesem Spiel zu wenig Spielgestalter. Er bringt sich aber gegen den Ball immer wieder wertvoll ein.

 

Schmidt: Ist einer der übrig gebliebenen Stammkräfte. Kann auch mal «Eins-gegen-eins». Da könnte er noch mehr Torgefahr produzieren.

 

Toma: An vielen Orten aufzufinden. Was ihm fehlt, ist der grosse Moment. Wir würden gerne mal schreiben, Toma habe ein entscheidendes Tor vorbereitet oder erzielt.

 

Akolo: Wir wissen, was er kann. Ohne Geubbels wirkt er weniger gefährlich bzw. ist es auch. Müht sich aber sehr.

 

Schubert: Wird anfangs zweite Halbzeit von Veiga niedergestreckt. Dieser erhält dafür die Rote Karte. Schubert knickt bei diesem heftigen Zusammenprall zwar nicht ein, spielt kurz weiter, muss dann aber doch vom Platz.

 

Möller: Ersetzt nach 54 Minuten Schubert. Grosse Kopfballchance nach 84 Minuten.

 

Mambimbi, Konietzke und Krasniqi greifen ein, bewirken aber nichts mehr.


Parente (17) erhält seine ersten SL-Minuten. Gratulation dazu!



Stimmen zum Spiel





Bilder zum Spiel

Bild: Franz Schefer, Manuel Nagel

Text: James Wehrli

Ton, Redaktion: Marc Baumeler


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