Ruhe, Reife, Realität: Der FCSG lässt nichts anbrennen
- gruenweiss.sg
- vor 7 Tagen
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Ein früher Treffer bringt Ruhe, ein später bringt Gewissheit. Dazwischen liegt eine Leistung, die wenig Raum für Zweifel lässt: Die Espen spielen eine überragende erste Halbzeit, lassen gegen Yverdon auch in der zweiten Hälfte nur wenig Chancen zu und ziehen verdient in den Cupfinal ein.

Aufreger: Görtler staubt in der sechsten Minute ab und bringt die Espen früh auf die Siegesstrasse. Alessandro Vogt entscheidet die Partie zwei Minuten vor Schluss mit seinem Kopfballtor. Eindrücklich ist aber vor allem die Art und Weise, die Souveränität, mit der die Espen diesen Cup-Halbfinal erfolgreich bestreiten und damit am 24. Mai im Wankdorf gegen Stade Lausanne Ouchy um den Pokal spielen werden. Die Historie spricht nicht für St.Gallen heute Nachmittag. Die letzten Duelle im kleinen, engen Stade Municipal am Neuenburgersee gehen allesamt erfolglos zu Ende. Trainer Maassen beispielsweise konnte hier noch nie gewinnen. Mit Stanic fehlt der zentrale Innenverteidiger. Am Tag vor dem Spiel fällt auch noch Tom Gaal mit muskulären Problemen aus. Dass Kleine-Bekel Stanic vertreten wird, war schon länger klar. Dass mit dem jungen Joel Ruiz einer sein Startelfdébut in diesem wichtigen Spiel gibt, ist mutig und konsequent. Wenn die arrivierten Stammspieler ausfallen, setzen die Espen auf die Jungen. Mit Recht und mit Erfolg. Chapeau!
Makel: Aus den zahlreichen Chancen in der ersten, beinahe schon perfekten Halbzeit müsste mehr als nur ein Treffer resultieren. So bleibt Yverdon am Leben und kann den St.Galler Anhang mit einem Lattenschuss in der zweiten Halbzeit noch nervös machen.
Skurril: Nicht nur der Anhang macht Saiz' Lattenknaller nervös. Er führt auch bei etlichen Medienvertretern zu einer etwas seltsamen Betrachtungsweise. Da und dort wird von K(r)ampf oder zittrigem Schluss geschrieben. Wir setzen den Fokus anders.
Schiedsrichter: Feday San ist um Ruhe bemüht, wartet lange, bis er die erste Verwarnung ausspricht und liefert eine tadellose Leistung ab.

Yverdon - FCSG 0:2 (0:1)
Stade Municipal: 5104 Fans
Tore: 6' Görtler, 88' Vogt.
Y: Enzler; Kongsro, Tijani (79'Bittarelli), Gnakpa, Sauthier; Doumbia (79'Kanoute); Chappuis (69'Lemina), Saiz; Sessolo (79'Sorgic), Marchesano, Tasar (57'Neelakandan).
SG: Watkowiak; Okoroji, Kleine-Bekel, Ruiz; Daschner; Weibel, Bouhalfa (87'Mih.Stevanovic), Görtler (92'Fazliji), Vandermersch; Balde (66'Besio), Vogt (92'Scherrer).
SR: Fedayi San

Einzelkritik
Watkowiak: Ruhig, sicher, klar in seinen wenigen Interventionen. Unterbeschäftigster Spieler auf dem Platz.
Ruiz: Ein, zwei kleine, nervöse Momente. Alles in allem aber bissig, aufsässig und macht ein starkes Startelf-Début.
Kleine-Bekel: Setzt mit diesem richtig starken Spiel ein Statement. Ist über die gesamte Spielzeit der Organisator in der Defensive, fällt mit gelungenen Rettungsaktionen auf, zieht die Bälle an und hat seinen direkten Gegenspieler Marchesano immer im Griff.
Okoroji: Auch er ist in Zweikämpfen und in seinem gesamten Spiel sehr sattelfest. Mit seinem Tempo ist er äusserst wertvoll gegen Tasar, der nicht einmal positiv in Erscheinung treten kann.
Daschner: Beherrscht das Zentrum spielerisch und kämpferisch. Man spürt, dass ihn die Mannschaft sucht. Damit hat er viel Einfluss auf das St.Galler Spiel.
Vandermersch: Als es in der zweiten Halbzeit kurz schwieriger wird, hilft er der Mannschaft mit Präsenz, gewonnenen Zweikämpfen und einer einmal mehr beeindruckenden Laufleistung.
Weibel: Auch er fällt mit einem gelungenen Startelfdebüt auf. Defensiv ist er sehr zuverlässig, unterstützt Okoroji hervorragend – offensiv trifft in der ersten Halbzeit mit einem Kopfball den Querbalken.

Görtler: Ist und bleibt der Kopf dieses Teams. Dass er den Führungstreffer erzielt, ist kein Zufall. Er will diesen Cup unbedingt. Das sieht man.
Boukhalfa: Hansdampf in allen Gassen. Riesenlaufleistung, hilft Löcher zu stopfen, ist ständig überall anzutreffen.
Balde: Er ist mit seinem abgewehrten Kopfball, der zur Vorlage für Lukas Görtler wird, am ersten Tor beteiligt. Danach gibt es von ihm heute keine Szene mehr, die in Erinnerung bleibt. Aber auch er ist Teil des Teams, das sich heute für den Cupfinal qualifiziert.
Vogt: Sein Gegenspieler ist gross, stark und präsent. Ein Modellathlet. Aber Vogt zeigt Tijani die Limiten auf. Zum Schluss belohnt er seine Leistung mit dem erlösenden 2:0.
Besio: Bringt nach seiner Einwechslung nochmals viel physische Energie ins Spiel und beschäftigt Yverdons Defensive, die sich nur auf den Ausgleich konzentrieren will. Von Gnakpa wird er einmal umgerissen, als er alleine Richtung Tor stürmt. Über diese Szene müssten wir bei einem anderen Ausgang des Spiels mit Herrn San sicher diskutieren.
Stevanovic, Fazliji, Scherrer: Kommen für die allerletzten Minuten ebenfalls noch aufs Feld.

Stimmen zum Spiel


Bilder zum Spiel
Bild: Patrik Magalhaes, Cyriac Schnyder
Ton: James Wehrli
Text: Marc Baumeler

















































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