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Punktgewinn trotz Murx in der zweiten Halbzeit

Der FCSG 1879 und Servette Genf trennen sich 1:1 Untentschieden nach einer temporeichen und intensiven ersten, sowie einer fehlerhaften zweiten Halbzeit. Das Resultat ist leistungsgerecht und lässt St.Gallen weiterhin von Europa träumen.

Aufreger: Ganz klar die erste Hälfte. Denn eigentlich ist die Partie nur bis zur Pause wirklich unterhaltsam. Das spürt auch das Publikum und sorgt im ersten Durgang für eine richtig stimmungsvolle Atmosphäre. St.Gallen hat mehr vom Spiel, hat die besseren Chancen und ist die überzeugendere Mannschaft. Servette bleibt mit seinem schnellen Umschaltspiel aber stets gefährlich und geht durch einen wunderbaren Schlenzer von Cognat in Führung. Die Espen reagiern stark und suchen den Ausgleich konsequent. Mal für mal spielen sie sich gefährlich in den Strafraum der Genfer. Albert Vallci trifft in der 31. Minute genau so sehenswert zum verdienten Ausgleich. Starker Distanzschuss des Österreichers! Die zweite Halbzeit ist aus grünweisser Sicht schnell erzählt. Chancen gibt es praktisch nur noch für Servette, aber entweder scheitern die Genfer an Zigi oder an sich selbst. Das Remis entspricht den gezeigten Leistungen. St.Gallen ist in der ersten Halbzeit dem Sieg näher, Servette nach der Pause.


Makel: In Halbzeit zwei fehlt die Präzision in den St.Galler Aktionen komplett. Mangelnder Einsatz ist den Espen nicht vorzuwerfen, weil sie weiter gut nach hinten arbeiten, weite Weg gehen und jeden Defensivsprint absolvieren. Im Spiel nach vorne funktioniert aber viel zu wenig, als dass man den ersehnten grossen Schritt in Richtung europäischer Plätze hätte machen können.



Schiedsrichter: Sven Wolfensberger leitet die Partie ohne spielentscheidenden Fehler, wirkt aber teils fahrig, entscheidet des Öfteren auf beiden Seiten falsch und passt sich entsprechend dem Niveau des Spiels an.


Wetter: Sonne, kaum Wolken und angenehme Temperaturen. Vor allem auf der Tribüne. Auf dem Platz tun sich die Spieler mit dem ersten Spiel bei sommerlichen Bedingungen schwer. Die Umstellung fällt keinem leicht. Vor drei Wochen brauchte es im Letzigrund noch die Südkurve, die den Platz vom Schnee befreite, damit die Partie zu Ende gespielt werden konnte, heute genehmigen wir uns spät nach Spielschluss im T-Shirt ein Bier auf der Plattform.


abseits: Wieder eine volle Hütte. Nach der Pause springt aber der Funke weder vom Publikum auf die Mannschaft, noch umgekehrt. Somit verkommt das Spiel zu einem Murx für alle Beteiligten.



FCSG 1879 – Servette FC 1:1 (1:1)

kybunpark – 18'489 Zuschauer – SR Sven Wolfensberger (VAR Mirel Turkes).


Tore: 25. Cognat 0:1, 31. Vallci (Quintillà).


St.Gallen: Zigi; Zanotti, Stanic, Vallci, Schmidt (85. Okoroji); Görtler (Cap.), Quintillà, Witzig (62. Milosevic); Mih. Stevanovic (72. Ruiz); Geubbels (85. Schubert), Akolo (72. Toma).


Servette: Frick (Cap.); Tsunemoto (46. Magnin), Rouiller, Severin, Mazikou; Bronn; Mir. Stevanovic, Cognat (89. Baron), Antunes (77. Nishimura), Kutesa (77. Bolla); Crivelli (21. Guillemenot).


Verwarnungen: 35. Zanotti (Foul), 52. Vallci (Foul), 87. Görtler (Foul).


Bemerkungen: St.Gallen mit Watkowiak, Sutter, Schubert, Diaby, Mambimbi, Toma, Ruiz, Okoroji, Milosevic (Ersatzbank) und ohne Nuhu, von Moos, Karlen, Duus Möller, Fazliji, van der Venne (alle verletzt), Dumrath, Janitzek, Krasniqi, Konietzke (alle nicht im Aufgebt). Servette ohne Douline (gesperrt), Besson, Rekik, Ondoua, N'Diaye, Lyng, Ouattara, Onguéné (alle nicht im Aufgebot).




Einzelkritik


Zigi: Hält in der zweiten Hälfte zweimal stark und trägt damit seinen Teil zum Punktgewinn bei.

Zanotti: Er ist das, was als Mentalitätsspieler bezeichnet werden kann. Fokussiert, überzeugt, überzeugend und sehr präsent. Starke Leistung.


Stanic: Erledigt seinen Job in der Innenverteidigung meist gut – trotz einiger Zuspielfehler. Zweikampfstark mit viel Übersicht und Klarheit.


Vallci: Der Beste.


Schmidt: Defensiv meist solide, gegen vorne fehlt auch ihm die Präzision.


Quintillà: Spielt den zentralen Part in einem Mittelfeld, das über die gesamten neunzig Minuten ungewöhnlich fehleranfällig wirkt. Am Ursprung des Gegentors findet man eine missglückte Ballannahme und einen verlorenen Zweikampf des Spaniers.

Görtler: Auch er ist Teil dieses Mittelfelds. Versucht, in der zweiten Halbzeit alles, um sein Team doch noch von einem möglichen Sieg zu überzeugen, bleibt aber ebenfalls zu fehleranfällig und ungenau.


Witzig: Licht und Schatten gibts auch in seiner Leistung. Zeigt einige starke Dribblings, spielt in der ersten Halbzeit im Strafraum auch den einen oder anderen gefährlichen Pass, kann sich aber letztlich zu wenig oft durchsetzen. Macht in der 62. Minute Platz für Milosevic.


Stevanovic: Nachdem er in Lugano zur Pause aufs Feld kam und eine gute zweite Halbzeit spielte, steht er heute in der Startelf. Auch ihm gelingt wenig zwingendes und auch er verliert zu viele Duelle. In der 72. Minute kommt Ruiz für ihn auf den Platz.


Akolo: Ein wunderbarer Direktpass auf Geubbels und eine grosse Chance, bei der er an Jérémy Frick hängen bleibt, sind die zwei Szenen die in Erinnerung bleiben.


Geubbels: Defensiv top (ja, die Verteidigung beginnt ganz vorne), offensiv zu wenig durchschlagskräftig.



Stimmen zum Spiel:





Bilder zum Spiel:

Bild: Franz Schefer, Manuel Nagel

Ton: Ralph Weibel, Marc Baumeler

Text: Marc Baumeler

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