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Kantersieg im Wallis

Aktualisiert: 13. Nov.

Der FCSG 1879 krönt eine überzeugende Leistung mit einem begeisternden Auswärtssieg im Wallis. Die Espen schlagen den FC Sion mit 7:2 und gehen mit einem fantastischen Erfolgserlebnis in die Winterpause.

Aufreger: Fünf Tore in 17 Minuten. Das ist der Wahnsinn im Tourbillon. Früh geraten die St.Galler nach einem Elfmeter von Balotelli in Rückstand, was sie dann aber bis zur Pause auf den Rasen zaubern, ist das Aufregendste der gesamten Vorrunde. Zur Pause steht es 5:1 und nach dem Seitenwechsel machen die Espen dort weiter, wo sie zuvor aufgehört haben. Sie erhöhen noch vor Ablauf einer Stunde auf 7:1. Was für ein grossartiger Abend zum Abschluss des Super-League-Jahres 2022.


Makel: Gar keiner!


Schiedsrichter: Sven Wolfensberger pfeift ruhig und souverän. Er hat die Partie über die gesamte Spieldauer im Griff. Der Spielverlauf und die beiden Teams machen es ihm auch nicht allzu schwierig.


skurril: Ein paar Minuten vor dem Spiel erhalten wir jeweils eine WhatsApp-Nachricht mit der taktischen Aufstellung. Heute erreicht uns diese im Medienraum des Tourbillons. Wehrli und Baumeler diskutieren sie, als ein Oberwalliser Journalist dazustösst und fragt: «Habt ihr die Aufstellung?» Wehrli:«Ja, aber einfach mal intern.» Das findet der Oberwalliser nicht lustig und raunzt uns an: «Jungs, ich brauche sie jetzt.» Wehrli erklärt: «Wenig Überraschendes, ausser dass Stillhart rechts hinten spielt.» Der Oberwalliser hält uns für Banausen. «Der hat in Thun immer dort gespielt», meint er zusehends schlecht gelaunt. Wir denken, er ist ein wahrer Experte und hat die Kanterniederlage schon erahnt.


Ärgernis: Nach dem Spiel stürmen Walliser Chaoten über die Gegentribüne in Richtung St.Galler Fansektor und werfen Petarden in den Block. Die St.Galler Fans reagieren und werfen Feuerwerkskörper zurück. Ein unnötiger und unwürdiger Abschluss des ansonsten grossartigen Abends.



FC Sion – FC St.Gallen 1879 2:7 (1:5)

Stade de Tourbillon – 10'500 Zuschauer – SR Sven Wolfensberger.


Tore: 5. Balotelli (Pen.) 1:0, 27. Latte Lath (Görtler) 1:1, 31. Akolo (Guillemenot) 1:2, 39. Latte Lath (Akolo) 1:3, 43. Görtler (Pen.) 1:4, 44. Görtler (Guillemenot) 1:5, 50. Latte Lath (Akolo) 1:6, 60. Stillhart (Görtler) 1:7, 90. Sio 2:7.


Sion: Lindner; Cavaré, Saintini, Schmied; Lavanchy, Grgić (Cap., 46. Chouaref), Cyprien (78. Poha), Zuffi, Iapichino (46. Sio); Balotelli, Stojilković (73. Halabaku).

St.Gallen: Zigi; Stillhart, Stergiou, Maglica, Guindo; Görtler (Cap., 79. Karlen), Quintillà, Schmidt (67. Witzig); Akolo (67. Alves), Latte Lath (58. Schneider), Guillemenot (79. Guidotti).


Verwarnungen: 4. Guindo (Handspiel), 30. Quintillà (Foul), 42. Saintini (Handspiel), 52. Görtler (Foul), 53. Cavaré (Foul), 55. Latte Lath (Foul), 64. Stillhart (Foul), 95. Watkowiak (Unsportlichkeit), 95. Halabaku (Unsportlichkeit).


Bemerkungen: Sion mit Fickentscher, Chouaref, Gaëtan Karlen, Sio, Poha, Halabaku, Bua, Richard, Moubandje (Ersatzbank) und ohne Araz, Costa, Nsakala (alle gesperrt), Itaitinga (verletzt). St.Gallen mit Watkowiak, Grégory Karlen, Kempter, Schneider, Alves, Sutter, Guidotti, Witzig, Cavegn (Ersatzbank) und ohne Schubert, von Moos, Besio (alle verletzt), Dumrath, Münst, Kräuchi, Jaćović, Ndombsai (alle nicht im Aufgebot). – 69. Pfostenschuss von Guillemenot.



Der Beste



Einzelkritik


Zigi: Wird lange Zeit nicht gefordert. Beim Stand von 7:1 zeigt er Balotelli den Meister, als er den sehr gut getretenen Freistoss grossartig über die Latte lenkt. Er ist bereit für die WM in Katar.


Stillhart: Als ob er immer als rechter Aussenverteidiger spielen würde. Wie er den Ball beim siebten Tor aus spitzem Winkel unter die Latte haut, ist extraklasse.


Stergiou: Banger Moment zu Beginn, als er mit Lavanchy zusammenprallt und benommen liegen bleibt. Rappelt sich auf und spielt anschliessend eine tadellose Partie. Hätte er die gesamte Vorrunde so bestritten, wer weiss, ob er nicht bald die Koffer für Katar packen müsste.


Maglica: Zeigt ein unauffälliges aber sehr solides und fehlerfreies Spiel.


Guindo: Auch er bleibt über die gesamte Spieldauer fehlerlos. Einzige unglückliche Aktion ist das Handspiel, das zum Elfmeter führt. Wenn die Kollegen danach sieben Mal treffen, kann man sich das getrost erlauben.


Görtler: Ist der Hauptdarsteller während der siebzehn Minuten, in denen die Espen fünf Tore schiessen. Zweimal trifft er selbst. Zweimal bereitet er vor. Grandiose Leistung des Captains.

Quintillà: Scheint mit dieser Leistung wieder einen nächsten Schritt Richtung ganz hohes Level zu machen. Gewinnt viele Zweikämpfe, leitet das Spiel aus der Mitte magistral und begeht kaum Fehler.


Schmidt: Ein erneut sehr dynamischer Auftritt. Effizient und deshalb äusserst wertvoll im Pressing. Verlässt den Platz nach 67 Minuten mit muskulären Problemen, die man laut Trainer Zeidler in der Winterpause besser in Griff bekommen will.


Akolo: Sein Tor zum 2:1 ist erstens wichtig und zweitens das Resultat einer feinen Einzelleistung. Er ist Teil der hervorragend aufspielenden Offensivabteilung.


Latte Lath: Heute mit der ganz grossen Show. Er trifft dreimal. Mehr muss man als Stürmer nun wirklich nicht machen. In der 58. Minute verlässt auch er leicht angeschlagen den Platz.


Guillemenot: Obwohl ihm kein eigenes Tor gelingt, zeigt er trotzdem eine starke Partie und unterstreicht sie mit den Assists zum zweiten und fünften St.Galler Tor.


Schneider, Witzig, Alves, Karlen, Guidotti: Kommen alle aufs Feld, als das Spiel längst entschieden ist und sind somit ebenfalls Teil des Teams, das den FC Sion auf denkwürdige Weise deklassiert.



Stimmen zum Spiel:







Bilder zum Spiel

Bilder: Manuel Nagel