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Ein Standbild entscheidet das Spiel

Unfassbar! Der FCSG verliert erstmals seit langer Zeit ein Heimspiel. Am Beginn des 1:4 gegen den FC Lugano steht ein Schiedsrichterentscheid, der falsch ist, der danach von Schiedsrichter Fähndrich erklärt wird und der – sollte das auch in Zukunft als richtig erachtet werden – den Fussball verändert.


Aufreger: Rund 108 Sekunden sind im kybunpark gespielt, als Lukas Görtler eine Flanke in den Strafraum schlägt. Der Ball kommt nicht wunschgemäss an. Egal, denkt man sich. Der Start gefällt. St.Gallen sucht von der ersten Minute an das Spiel in die gefährliche Zone. Das Spiel läuft nicht weiter, weil Sabbatini am Boden liegt. Görtler hat ihn nach der Schussabgabe getroffen. Schiedsrichter Lukas Fähndrich wird von VAR Lionel Tschudi an den Bildschirm beordert, schaut sich die Situation lange an und stellt den St.Galler Captain anschliessend vom Platz. Die Szene ist glasklar. Görtler spielt den Ball, Sabbatini will das verhindern, schafft es aber nicht, weil er zu spät kommt und trifft Görtler mit dem rechten Fuss an der Wade, was man durchaus als Foul des Tessiners werten könnte. Zum Abschluss der Schussbewegung steht Görtler Sabbatini oberhalb des Knöchels mit offener Sohle auf das Bein. Schaut man sich dieses Standbild an und blendet das Vorangegangene aus, dann kann man auf die Idee des Platzverweises kommen. Aber nur dann! Wenn künftig Entscheidungen mechanistisch ohne Einbezug des Kontextes gefällt werden, dann wird das Spiel ein anderes. Bis dato wurde Fussball nicht so arbitriert und deswegen kommen wir zum Schluss, dass die Rote Karte eine krasse Fehlentscheidung der beiden Referees darstellt, die das Spiel frühzeitig kaputt gemacht hat.

In der 16. Minute bricht Geubbels mitten im Sprint einen Lauf ab, greift sich an den Oberschenkel und verlässt daraufhin das Spiel verletzt. Für ihn kommt Möller. St.Gallen spielt zu zehnt defensiv sicher, bis Lugano kurz vor der Pause mit der ersten nennenswerten Aktion in Führung geht. Torschütze: Sabbatini. Der nächste schlechte Witz an diesem merkwürdigen Nachmittag. In der zweiten Halbzeit versuchen die Espen weiter intelligent dagegenzuhalten und haben einige Mal das Glück des Tüchtigen und einen überragenden Zigi im Tor. In der 68. Minute erzielt Stevanovic tatsächlich den Ausgleich und man beginnt wieder an einen Punktgewinn zu glauben. Diese Hoffnung machen dann zweimal Celar und Bislimi zunichte. Die wunderschöne Heimserie endet. St.Gallen verliert ein Spiel, das bereits kurz nach Beginn in falsche Bahnen gelenkt wurde.


Makel: Natürlich hätte man das zweite Lugano-Tor besser verteidigen können. Celar kommt sehr freistehend zum Kopfball und natürlich war auch der vierte Gegentreffer «überflüssig», wie ihn Peter Zeidler an der Medienkonferenz bezeichnet. Aber an diesem Nachmittag tritt die Leistung aller St.Galler Spieler in den Hintergrund. Lugano-Trainer Croci-Torti bringt es an gleicher Stelle auf den Punkt: «Es ist schwierig eine solche Partie nach einer solchen Roten Karte zu kommentieren.»


Schiedsrichter: Lukas Fähndrich steht auch eine Woche nach seinem Fehlentscheid im Spiel zwischen dem FC Basel und dem FC Zürich im Zentrum zahlreicher Diskussionen. Nebst dem Platzverweis gegen Lukas Görtler könnte man noch anderes kritisieren. Stellvertretend dafür, dass er Amir Saipis Zeitspiel, das schon vor der Pause beginnt, erst in der Nachspielzeit endlich mit einer Verwarnung unterbindet. Fähndrich steht nach der Partie vor das Mikrofon des SRF und erklärt, dass er in dieser Szene leider keinen Handlungsspielraum gehabt habe und auf Rot entscheiden musste. Für das Interview gebührt Herr Fähndrich Respekt. Sein Entscheid bleibt trotz der Erklärung falsch. Strittige Szenen dürfen nicht aufgrund von letztlich willkürlich ausgewählten Standbildern beurteilt werden.

skurril: Der gesamte Nachmittag.


abseits: Eigentlich müsste man das Espenblöckli abfeiern, das sein 10 Jahr-Jubiläum mit einer eigenen Choreo zelebriert. Es ist eine schöne Aktion, die aufgrund des Spielverlaufs beinahe untergeht.






FCSG 1879 – FC Lugano 1:4 (0:1)

kybunpark – 17'179 Zuschauer – SR Lukas Fähndrich (VAR Lionel Tschudi).


Tore: 45.+1 Sabbatini (Vladi) 0:1, 68. Stevanovic (Okoroji) 1:1, 73. Celar (Grgic) 1:2, 80. Bislimi (Celar) 1:3, 90.+3 Celar 1:4.


St.Gallen: Zigi; Zanotti, Vallci, Stanic, Okoroji; Görtler (Cap.), Quintillà, Schmidt (69. Mambimbi); Toma (46. Stevanovic); Geubbels (16. Möller, 86. Diaby), Akolo (46. Schubert).


Lugano: Saipi; Mai, Hajdari, El Wafi (56. Hajrizi); Grgic; Espinoza (87. Durrer), Macek (57. Bislimi), Sabbatini (Cap.), Cimignani (77. Valenzuela); Vladi (77. Mahou), Celar.


Verwarnungen: 47. El Wafi (Foul), 51. Schubert (Foul), 71. Sabbatini (Foul), 77. Vladi (Spielverzögerung), 90.+1 Saipi (Spielverzögerung), 90.+3 Zigi (Reklamieren), 90.+4 Mambimibi (Foul).


Bemerkungen: St.Gallen mit Watkowiak, Sutter, Schubert, Karlen, Diaby, Mambimbi, Möller, Konietzke, Stevanovic (Ersatzbank) und ohne von Moos, Fazliji, van der Venne (alle verletzt), Witzig (krank), Dumrath, Nuhu, Janitzek, Guidotti, Krasniqi (alle nicht im Aufgebot). Lugano ohne Nkama (gesperrt), Osigwe, Berbic, Bottani, Steffen, Doumbia, Marques, Babic (alle verletzt). – 5. Rote Karte für Görtler (Foul) nach VAR-Intervention.






Stimmen zum Spiel





Zum Schluss

Die Espen tun gut daran, die heutige Leistung trotz des unfassbaren Spielverlaufs auch selbstkritisch zu analysieren und den Blick möglichst schnell nach vorne zu richten. Dass man in Unterzahl gewinnen kann, zeigte heute der FC Luzern, der am kommenden Sonntag den FCSG in der heimischen Swissporarena empfangen wird. Zuvor steht am Mittwoch das Heimspiel gegen Servette Genf an. Gut, dass es gleich weitergeht und dass man sich den Frust von der Seele laufen kann. Punkte gegen die beiden nächsten starken Mannschaften würden dabei helfen.



Bilder zum Spiel

Bilder: Franz Schefer, Manuel Nagel

Text: Marc Baumeler


Ganz zum Schluss:



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