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Die Grenzen aufgezeigt bekommen

Aktualisiert: 8. März

Der FC St.Gallen verliert im Stade de Genève mit 0:2. Eine starke Halbzeit reicht nicht, um beim Meisteraspiranten Servette zu punkten.


Aufreger: Es läuft bereits die Nachspielzeit, als Christian Witzig alleine auf den Servette-Goalie Mall loszieht. Man liegt zwar schon 0:2 hinten und doch: Ein Tor wäre ein Tor. Witzig verpasst den Moment des Abschlusses, erhält dann aber doch noch eine zweite, wiederum ausgezeichnete Möglichkeit und schiesst den Ball knapp am linken Pfosten vorbei. Diese Szene steht sinnbildlich für eine starke zweite Halbzeit, in der die Espen die Genfer hinten rein drängen, sich etliche Chancen gegen den äusserst formstarken Gegner erarbeiten, aber einmal mehr im Abschluss sündigen. So reicht Servette eine eindrückliche starke erste Hälfte. Cognat lenkt in der 13. Minute eine Tsunemoto-Flanke sehenswert ins weite Eck ab und bringt die Hausherren mit der ersten gefährlichen Aktion in Führung. Dass ausgerechnet Guillemenot kurz vor Schluss dann das vorentscheidende zweite Genfer Tor erzielt, ist bitter, passt aber zum erfolglosen Abend.


Makel: Die fehlende Kaltblütigkeit vor dem Tor! Besonders als man sich zwischen Minute 45 und 75 mehrfach in gute Abschlusspositionen bringt. Akolo, Geubbels und Diaby vergeben beste Chancen. In der ersten Halbzeit werden den Espen von Servette die Grenzen aufgezeigt. Präzise und schnell tragen die Genfer ihre Angriffe vor, was die St.Galler Verteidigung öfter in die Bredouille bringt.


Schiedsrichter: Luca Cibelli Lässt (zu) viel laufen und ist sehr zurückhaltend mit gelben Karten. Alles in allem zeigt er aber eine unauffällige und ordentliche Leistung.


Ärgernis: Die zweite Halbzeit startet mit rund fünf Minuten Verspätung, weil der Espenblock das Stadion in grünweissen Rauch hüllt. Es ist vor allem für die Spieler auf dem Platz alles andere als optimal, wenn sie minutenlang in beissendem und stinkenden Rauch auf den Anpfiff warten müssen.



abseits: Ein bisschen mehr als 9'000 Fans sorgen für eine recht gute Stimmung in Genf. In Anbetracht dessen, dass Servette um die Meisterschaft spielt, dass die Genfer aktuell die formstärkste Mannschaft der Schweiz stellen und dass das Stadion bei Europacup-Spielen auch schon ausverkauft war, ist die Kulisse trotzdem enttäuschend.



Servette FC – FC St.Gallen 1879 2:0 (1:0)

Stade de Genève – 9'187 Zuschauer – SR Luca Cibelli (VAR Alessandro Dudic).


Tore: 13. Cognat (Tsunemoto) 1:0, 84. Guillemenot 2:0.


Servette: Mall; Tsunemoto, Rouiller (Cap.), Bronn, Mazikou (60. Magnin); Mir. Stevanovic, Cognat, Ondoua, Kutesa (68. Nishimura); Antunes (87. Severin); Crivelli (68. Guillemenot).


St.Gallen: Zigi (Cap.); Zanotti, Vallci, Diaby, Okoroji (46. von Moos); Schmidt (87. Sutter), Mih. Stevanovic (81. Konietzke), Witzig; Toma (81. Schubert); Geubbels (66. Ruiz), Akolo.


Verwarnungen: 36. Zeidler (Reklamieren), 41. Vallci (Foul).


Bemerkungen: Servette ohne Douline (verletzt), N'diaye, Onguéné, Rekik (alle nicht im Aufgebot). St.Gallen mit Watkowiak, Janitzek, Sutter, Schubert, von Moos, Möller, Ruiz, Konietzke (Ersatzbank) und ohne Stanic, Quintillà, Karlen, Görtler, Mambimbi, Fazliji, van der Venne, Milosevic (alle krank/verletzt), Dumrath, Nuhu, Krasniqi, Lymann (alle nicht im Aufgebot).





Einzelkritik

Zigi: Bei beiden Gegentoren machtlos und frei von Schuld. Ansonsten zeigt er eine souveräne Leistung und rettet mehr als einmal brillant.


Zanotti: Der Beste.


Vallci: Hat lange Zeit Mühe, sich gegen Crivelli zu wehren. Der Italiener entscheidet die Mehrheit der Duelle für sich. In der zweiten Halbzeit steigert sich Vallci, steht sicher und kurbelt das St.Galler Spiel von hinten an. Vor dem 0:2 verliert er dann das entscheidende Kopfballduell.


Diaby: Auch er verliert mehr Zweikämpfe als üblich. Vor dem 0:1 schleicht sich Cognat in seinem Rücken davon. Dadurch kann der Servettien den Ball unbedrängt ins Tor ablenken.


Okoroji: Schlägt zwei, drei gute Flanken und Ecken in den Genfer Strafraum. In der Defensive wird er von Stevanovic und Tsunemoto stark ge-, zuweilen auch überfordert. Macht zur Pause Platz für von Moos.


Stevanovic: In der ersten Halbzeit sieht er nur wenig Land. Viel gelingt ihm nicht. Nach der Pause kann er sich steigern, erobert etliche Bälle und spielt präzisere Pässe.


Schmidt: Spielt in Halbzeit eins im rechten Mittelfeld auf der Görtler Position. Braucht Zeit, um ins Spiel zu finden, was ihm dann aber gelingt. Nach der Pause spielt er einen ordentlichen Part in der linken Defensive und sorgt zusammen mit Witzig für gefährlich Vorstösse vors Genfer Tor.


Witzig: Zeigt die nächste starke Leistung, auch wenn er die Chance in der Nachspielzeit natürlich nutzen muss. Fällt mit guten Tempodribblings und viel Punch auf.


Toma: Ballsicher und oft präzise. Man wünscht sich noch mehr Torgefahr oder mehr entscheidende Vorlagen.


Akolo: Macht viele Bälle fest. Nimmt sie unter grossem Druck an und leitet sie stark weiter. Es fehlt das Tor! Drei Grosschancen zählen wir.


Geubbels: Spielt mannschaftsdienlich, zeigt gute Laufwege und bindet immer wieder Defensivspieler, was Platz für die Kollegen schafft. Auch ihm fehlt das Tor und dreimal gelingt es ihm nicht, den präzisen Pass auf den gut postierten Zanotti zu spielen.


von Moos: Greift direkt nach der Pause ins Spiel ein. Sein Tempo und seine gewonnenen 1:1 Duelle sind mitentscheidend, dass der FCSG Servette in der zweiten Halbzeit dominieren kann.


Ruiz: Ersetzt nach 66 Minuten Willem Geubbels, ohne dass er grossen Einfluss aufs Spiel nehmen kann.


Schubert, Konietzke, Sutter: Kommen in der Schlussphase auch noch aufs Feld.



Stimmen zum Spiel





Bilder zum Spiel

Bilder: Franz Schefer

Interviews: Ralph Weibel

Text, Ton: Marc Baumeler


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