Der FCSG ist matt und müde
- gruenweiss.sg
- vor 2 Stunden
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Der FC St.Gallen verliert im Letzigrund gegen GC mit 0:2. Und so bitter es ist: Diese Niederlage ist verdient und diskussionslos. Die Espen wirken müde. Gedanklich, mental, physisch. Die intensive Startphase in die neue Saison, mit Europacup, Liga, Cup, Reisen, Rückschlägen und emotionalen Ausschlägen, fordert nun ihren Tribut. Gegen die Grasshoppers, die bis heute noch kein Spiel gewonnen haben, findet Grünweiss zu wenig Energie, zu wenig Klarheit und zu wenig Durchschlagskraft.

Aufreger: Vielleicht ist der grösste Aufreger, dass es gar keinen richtigen St.Galler Aufreger gibt. Kein spätes Aufbäumen wie gegen Thun. Kein wilder Schlussspurt. Kein Moment, in dem das Spiel noch einmal kippen könnte. Der FCSG bleibt zwar irgendwie dran, kommt auch zu Abschlüssen, aber wirklich zwingend wird es selten. Höchsten einmal in der Schlussphase der ersten Halbzeit als Witzig den Pfosten trifft. GC macht es besser. Nicht spektakulär, nicht überragend, aber wacher. Abrashi trifft in der ersten Halbzeit, Lee entscheidet die Partie nach der Pause. Das reicht gegen einen FCSG, der an diesem Abend nicht mehr genügend Wucht auf den Platz bringt.
Makel: St.Gallen wirkt matt und überspielt. Die Beine sind schwer, die Ideen langsam, die Aktionen unsauber. Das ist kein Drama, das aus dem Nichts kommt. Diese Mannschaft hat in wenigen Wochen brutal viel Energie verbraucht. Benfica, Zürich, Lissabon, Vaduz, Sheriff, Thalwil, Nordsjælland, Thun — irgendwann zahlt der Körper die Rechnung. Und der Kopf gleich mit.
Trotzdem: So fehlerhaft darf man in der Super League eigentlich nicht auftreten. Keiner von Enno Maassens Team kommt auch nur annähernd an seine Normalform. Wer gegen GC, das vor diesem Spiel noch ohne Sieg dasteht, so wenig Zugriff und so wenig Überzeugung entwickelt, verliert eben. Genau das passiert. Zum vierten Mal hintereinander. Das tut weh.
Was bleibt: Der FCSG braucht jetzt Luft. Keine grossen Sprüche, keine wilden Diagnosen, keine Panik. Aber Ehrlichkeit. Diese Mannschaft ist nicht plötzlich schlecht. Sie ist müde. Und sie muss sehr schnell wieder frisch werden — körperlich und im Kopf. Denn die Saison ist noch jung. Sehr jung sogar. Aber solche Phasen können kippen, wenn man sie nicht stoppt. Jetzt braucht es Regeneration, Klarheit und wieder diese Intensität, die den FCSG stark gemacht hat. Ohne sie wird es gegen jeden Gegner schwierig. Auch gegen GC.
Lichtblick: Mit Boukhalfa und Neziri kommen zwei wichtige Spieler zurück. Die Verletzungen von Hunziker soll offenbar nicht zu einem solch langen Ausfall führen, wie zunächst befürchtet. Weiter gehts am Sonntag im Stade de Genève gegen Servette.

GC – FCSG 2:0 (1:0)
Tore: 36. Abrashi 1:0, 69. Lee 2:0.
GC: Hübel; Stroscio, Bettkober, Pllana (83. Mikulić), Rissi; Clemente (75. Morandi), Guibelalde, Abrashi (75. Hassane); Bengondo (65. Plange), Muci (65. Lee), Krasniqi.
SG: Zigi; Kleine-Bekel, Stanić, Okoroji; Daschner (67. Boukhalfa), Vandermersch (61. Stevanović), Görtler, Frokaj (61. Scherrer), Owusu (62. Ruiz); Witzig, Baldé (82. Besio).
Letzigrund: 5’925 Zuschauerinnen und Zuschauer
Ref: Hajrim Qovanaj
Stimmen um Spiel
Bild: Archiv
Ton: James Wehrli
Text: Marc Baumeler

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