Das Spiel nach Rückstand noch gedreht
- gruenweiss.sg
- 16. Dez. 2025
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 17. Dez. 2025
Der FCSG kann gegen den FC Sion einen 3:1 Heimsieg feiern, nachdem er zur Pause noch in Rückstand lag. Für die Espen sind Balde, Görtler und der junge Diego Besio erfolgreich.

Aufreger: Nachdem St.Gallen eine verdiente frühe Führung durch Balde verpasst, bringt Chouaref den FC Sion wie aus dem Nichts mit einem sehenswerten Weitschuss in Führung. Nach der Pause drehen die St.Galler das Spiel auf eindrückliche Art und Weise. Balde trifft nach starker Vorarbeit zum 1:1, Görtler vollstreckt für die Ostschweizer nach einem blitzsauber gespielten Corner zur 2:1 Führung und Diego Besio (Jahrgang 2006) trifft in seinem allerersten Super-League-Spiel und entscheidet die Partie damit.
Makel: Dem Gegentor geht ein doppelter Fehler in der Defensive voraus – gleich zwei St.Galler verlieren ihre Zweikämpfe, wodurch Chouaref der Raum zum Abschluss eröffnet wird. Zudem gelingt es den Espen in der ersten Halbzeit kaum, zwingende Torchancen zu kreieren – einzig eine klare Möglichkeit steht zu Buche.
Schiedsrichter: Eine fragwürdige Szene in der ersten Halbzeit sorgt für Diskussionen: Nach einem Trikotziehen von Neziri im Strafraum wird Lukas Fähndrich vom VAR an den Bildschirm gebeten. Die Bilder zeigen ein klares Foul – ein Elfmeter wäre die logische Konsequenz gewesen. Fähndrich entscheidet dennoch auf «Kein Penalty» – ein Fehlentscheid, bitter für Sion. Ein 2:0 zur Pause hätte St.Gallen wohl deutlich stärker unter Druck gesetzt. Entsprechend bedient zeigt sich Sion-Trainer Didier Tholot an der anschliessenden Medienkonferenz.
Wintermeister: Die Entscheidung über den inoffiziellen Titel ist vertagt. Da auch der FC Thun am Abend gewinnt, bleiben die Berner Oberländer mindestens bis Sonntag Tabellenführer.
Maassen: Der Cheftrainer beeinflusst den Spielverlauf entscheidend. Seine taktischen und personellen Anpassungen zur Pause greifen: Daschner und Stevanovic tauschen die Positionen – ein Wechsel, der beiden und damit der ganzen Mannschaft guttut. Beim Stand von 2:1 beweist Maassen zudem Mut und Vertrauen in die Jugend: Mit Besio, Weibel und Ruiz bringt er gleich drei Spieler mit kaum Super-League-Erfahrung. Der Plan geht auf – Besio krönt den Auftritt mit seinem ersten Treffer und sichert St.Gallen damit den Sieg.

FCSG - FC Sion 3:1 (1:0).
kybunpark, 15'313 Fans.
Tore: .Chouaref 0:1 (20'), Balde 1:1 (51'), Görtler 2:1 (67'), Besio 3:1 (91')
SG: Zigi; Gaal, Stanic, Neziri (89'Vallci); Daschner; Vandermersch, Görtler (79'Weibel), Stevanovic, Witzig (89'Ruiz); Vogt (68'Malamine), Balde (79'Besio).
S: Raccioppi; Lavanchy, Hajrizi, Kronig, Hefti; Chipperfield (72'Rrudhani), Cabacalman 890'Boteli), Baltazar (83'Rodriguez); Berdayes (72'Kolloli), Nivokazi, Chouaref (83' Bouchlarem).
Ref: Fähndrich; Müller, Lötscher.

Einzelkritik
Zigi: Beim Gegentor ist er chancenlos. Ansonsten hält er, was zu halten ist und wird nicht oft geprüft.
Gaal: Lässt sich beim zweiten St.Galler Tor einen Assist gutschreiben und macht damit den verlorenen Zweikampf vor dem 0:1 wieder wett. Ansonsten gelingt ihm eine stabile Leistung in der Innenverteidigung.
Stanic: Grossartige Partie – auch heute. Er ist als Chef der Defensive nicht mehr wegzudenken. Chapeau!
Neziri: Das ist nicht sein Abend. Erst verliert er vor dem Gegentor den entscheidenden Zweikampf gegen Chouaref und kurz vor Schluss verletzt er sich am Knie. Das MRT folgt morgen. «Heute abend sieht es nicht gut aus», erklärt Maassen nach dem Spiel. Gute Besserung.
Daschner: Besonders nach der Pause kann er seine Stärken ausspielen. Kurbelt das Spiel an, bewegt sich gut zwischen den Linien und spielt etliche starke Pässe.
Vandermersch: Bringt sehr viel Energie auf den Platz. Rackert defensiv und nach vorne viel und ist somit äusserst wertvoll.
Görtler: Eigentlich wie immer. Viel unterwegs, zweikampfstark, beweist Übersicht und führt die Mannschaft an. Heute zusätzlich noch Torschütze. Stark!
Stevanovic: Wechelt nach der Pause auf die Sechser-Position und zeigt ein sehr ordentliches Spiel. Gewinnt Zweikämpfe, schränkt den Radius der Sittener Mittelfeldspieler ein und verleiht besonders der Defensive Sicherheit.
Witzig: Wieder mal von Anfang an auf links. Das funktioniert gut. Zeigt viele gute Rushes nach vorne und bringt seine Mitspieler oft in aussichtsreiche Positionen.
Vogt: Assist zum Ausgleich. Gewohnt lauf- und durchsetzungsstark. Hat auch heute viel Zug zum Tor.
Balde: Zwei Grosschancen: Die erste vergibt er, die zweite nutzt er. Sein Tor ist wichtig. Es bringt den Espen den Glauben an den Sieg zurück und verunsichert die Walliser gleichzeitig spürbar.
Besio: Nach Vater und Bruder, trägt nun also auch Diego das grünweisse Trikot und trifft gleich beim Début. Chapeau und herzlich Willkommen.
Malamine, Weibel, Vallci, Ruiz: Auch sie stehen beim letzten Heimspiel des Jahres noch auf dem Rasen des kybunparks.
Stimmen zum Spiel:
Bild: Archiv
Text: Marc Baumeler






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