Chancenfestival im Kybunpark
- gruenweiss.sg
- vor 3 Tagen
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St.Gallen zerlegt YB über weite Strecken nach Belieben, vergibt ein halbes Dutzend bester Möglichkeiten und gewinnt am Ende «nur» 2:1 – für die verunsicherten Berner ist das Resultat fast schmeichelhaft. Für die Espen der zu knappe aber hochverdiente Lohn nach einer starken Leistung.

Aufreger: Welch eine erste Halbzeit der Espen! Zwei Tore, zwei Lattentreffer und mindestens noch zwei weitere sogenannt Hunderprozentige! Auf der Gegenseite ist Zigi da, als es ihn einmal braucht. Chapeau!
Makel: Die fehlende Effizienz ist der einzige Kritikpunkt. Da gibts Möglichkeiten für locker sieben oder acht Tore. Deren zwei sind zu wenig.
Schiedsrichter: Luca Cibelli hat die Partie im Griff, machte wenig Fehler und ist nicht spielentscheidend. Die Vorteilsregel sollte er eventuell nochmals konsultieren.
Gegner: Die Young Boys sind erschreckend schwach. Sie haben Glück, dass sie heute keine Kanterniederlage einfahren müssen. Sinnbildlich dafür stehen die Tränen von Christian Fasnacht im Interview nach dem Spiel bei blue oder Trainer Seoanes geäusserte Enttäuschung an der Medienkonferenz. Da scheint vieles nicht zu stimmen bei den Bernern.

St.Gallen – YB 2:1 (2:0)
kybunpark: 14'021 Fans
Tore: 5' Boukhalfa 1:0, 11' Balde 2:0, 95' Fassnacht 2:1.
SG: Zigi; Gaal, Stanic (46' Kleine-Bekel), Okoroji; Vandermersch (89' Ruiz), Görtler (90' Mih. Stevanovic), Daschner, Boukhalfa, Witzig; Vogt (76' Besio), Balde (90' Weibel).
YB: Keller; Janko, Lauper, Benito, Bukinac (68' Valery); Raveloson (68' Bedia), Fernandes; Males (68' Sanches), Fassnacht, Virginius (80' Gigovic); Cordova (88' Pech).
REF Luca Cibelli
VAR Luca Piccolo

Einzelkritik
Zigi: Immer da, wenn es ihn braucht. Besonders in der 38. Minute, als er einen YB Kopfball stark parieren kann.
Gaal: Solide, souverän, stabil. Schaltet sich in der ersten Halbzeit auch immer wieder in Spiel nach vorne mit ein.
Stanic: Macht Cordova das Leben bis zur Pause enorm schwer. So dass dieser beinahe verzweifelt. Nicht immer mit fairen Mitteln, was ihm eine frühe Verwarnung einbringt. Um eine zweite solche zu vermeiden, lässt ihn Trainer Maassen das Spiel nach der Pause von der Bank aus sehen.
Okoroji: Seit er den Innenverteidiger gibt, hinterlässt er einen bestechenden Eindruck und vermittelt dem gesamten Team viel defensive Sicherheit.
Daschner: Nicht nur aufgrund seiner zwei punktgenauen Torvorlagen (Prädikat: Zuckerpass) ein herausragendes Element dieses Teams von heute Abend.

Vandermersch: Lauf- und zweikampfstark. Dazu spielintelligent und abgeklärt. Starkes Spiel des Franzosen.
Görtler: Treibt das Spiel an, setzt seine Mitspieler mehr als einmal richtig gut in Szene, vergibt aber in der zweiten Halbzeit eine grosse Torchance. Trotzdem gefällt auch seine Leistung.
Boukhalfa: Trifft schon wieder zum wichtigen 1:0 und erzielt damit bereits sein neuntes Meisterschaftstor. Damit unterstreicht er seine Wichtigkeit für die Espen.
Witzig: Ist gut im Spiel. Schnell, dribbelstark, quirlig und mit Chancen. Einmal verhindert die Latte einen Torerfolg, einmal YBs Goalie Marvin Keller.
Vogt: Auch er zeigt insgesamt ein starkes Spiel. Die beiden Grosschancen, die er vergibt, sind natürlich ärgerlich. Wie Witzig scheitert auch er entweder an Keller oder an der Latte.
Baldé: Trifft zum 2:0, arbeitet intensiv und erfolgreich daran, weniger ins Abseits zu laufen. Könnte seine Leistung noch stärker hervorheben, würde er seine weiteren Chancen in Tore ummünzen.
Kleine-Bekel: Ersetzt zur Pause Jozo Stanic im Zentrum der Abwehr und erledigt seine Aufgabe unspektakulär und souverän.
Besio, Ruiz, Weibel, Stevanovic: Auch sie werden im Verlauf der zweiten Halbzeit eingewechselt.
Bilder zum Spiel
Bild: Patrik Magalhaes
Ton: Ralph Weibel
Text: Marc Baumeler
























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