top of page
  • gruenweiss.sg

«33 Punkte unterm Weihnachtsbaum»

Aktualisiert: 17. Dez. 2023

Der FC St.Gallen besiegt den FC Zürich vor über 20'000 Fans 1:0. Mit dem elften Heimsieg in Folge sichern sich die Espen den zweiten Tabellenplatz.


Aufreger: Die erste Halbzeit des FC St.Gallen ist schlicht grandios. Er spielt so, dass die Zürcher nicht stattfinden und sich zur Pause eine Kabinenpredigt ihres Trainers anhören müssen. Die Wände sollen gewackelt haben. Die Espen sind in allen Belangen überlegen, gewinnen Zweikämpfe, erobern Bälle, laufen Pässe ab, erspielen sich Chancen und treffen durch Chadrac Akolo. In der Halbzeit hört man auf der Tribüne mehr als einmal, das Resultat sei viel zu knapp. Chancen gibt es auch in der zweiten Hälfte. Und als auch der FCZ zweimal an der Reihe ist, rettet Zigi bestechend. Die Ostschweizer reihen Heimsieg an Heimsieg. Saisonübergreifend sind es nun elf in Folge. Die Winterpause verbringen sie auf Platz zwei, ausser Servette besiegt morgen Lugano mindestens 5:0. «33 Punkte liegen unterm Weihnachtsbaum – so viel wie noch nie», sagt Peter Zeidler nach dem Spiel und läutet damit die wohlverdienten Ferien ein. Es ist der perfekte Abschluss des Jahres.


Makel: Weil die St.Galler es verpassen, ein zweites Tor zu erzielen, bleibt der FCZ bis zum Schluss im Spiel.


Schiedsrichter: Feday San leitet das Spiel souverän und trifft kaum falsche Entscheidungen.


skurril: Medienkonferenzen mit Bo Henriksen! Vor dem Spiel erklärt er, dass St.Gallen nicht gerne gegen sein Team spiele, weil der FCZ genau wisse, wie man die Espen alt aussehen lassen könne. Nach dem Spiel gratuliert er erst zum Sieg, bemängelt dann die Leistung seiner Mannschaft in Halbzeit eins, um schliesslich zu erklären, dass seine Zürcher nach der Pause klar besser gewesen seien. Eigenartige Einschätzung. Aber seht selber:



Abschied: Unter tosendem Applaus wird heute Abend Nicholas Lüchinger verabschiedet, der seine Aktivkarriere in der anstehenden Winterpause beendet. Einen solchen Abschied hat sich der Rheintaler verdient. Lüchinger durchlief bis 2014 die Nachwuchsstufen beim FC St.Gallen. Nach zwei Jahren beim FC Chiasso und einem beim FC Sion folgte 2017 die Rückkehr zum FCSG, für den er während fünf Saisons 48 Super-League- und zehn Cup-Spiele absolvierte. Nach einem leihweisen Abstecher zum FC Thun kehrte der Rheintaler im Sommer 2023 nach St.Gallen zurück. Parallel zu seinem Engagement als Fussballprofi startete Lüchinger mit der Trainerausbildung und wirkt seit Sommer 2020 im Footeco (Altersstufen FE-12 bis FE-14) mit. In der Rückrunde der aktuellen Saison intensiviert Lüchinger seinen Einblick in den Nachwuchsfussball, wird in der U21 mittrainieren und gleichzeitig im Staff als Defensivtrainer arbeiten. Ab Sommer 2024 soll Nicolas Lüchinger eine eigene Nachwuchsmannschaft als Chefausbildner übernehmen. Alles Gute Nicholas.


Rekord: Noch nie waren so viele Fans an einem Spiel des FC St.Gallen im kybunpark. Auch das passt zum grossartigen Abend.



FCSG 1879 – FC Zürich 1:0 (1:0)

kybunpark – 20'029 Fans – SR Fedayi San (VAR Mirel Turkes).


Tore: 39. Akolo (Witzig) 1:0.


St.Gallen: Zigi; Zanotti, Vallci, Stanic, Schmidt (67. Okoroji); Görtler (Cap.), Quintillà, Witzig (88. Diaby); Toma (67. Karlen); Geubbels (76. Schubert), Akolo (76. Stevanovic).


Zürich: Brecher; Wallner (46. Hornschuh, 63. Hodza), Katic, Daprelà; Boranijasevic (82. Santini), Condé (88. N. Reichmuth), Mathew, Guerrero; Krasniqi, Okita; Afriyie (46. Marchesano).


Verwarnungen: 24. Quintillà (Foul), 30. Condé (Foul), 50. Zanotti (Foul).


Bemerkungen: St.Gallen mit Watkowiak, Sutter, Schubert, Karlen, Diaby, Mambimbi, Okoroji, Krasniqi, Stevanovic (Ersatzbank) und ohne von Moos, Möller, Fazliji, van der Venne, Guidotti (alle verletzt), Dumrath, Nuhu, Janitzek, Lüchinger (alle nicht im Aufgebot). Zürich ohne Kamberi (gesperrt), Gonceição (verletzt), Bar, Guzzo, Omerovic (alle nicht im Aufgebot).






Einzelkritik


Zigi: Hält in der zweiten Halbzeit den Sieg mit zwei starken Paraden fest. Grosse Leistung.


Zanotti: Defensiv stabil und offensiv auffällig. Die nächste richtig gute Partie des Italieners. Soll in Mailand bloss keiner auf die Idee kommen, ihn in der Winterpause schon zurückzuholen!


Stanic: Hellwach, gutes Stellungsspiel, zweikampfstark und bis zum Schluss souverän. Sehr abgeklärt!


Vallci: Der Beste.


Schmidt. Gefällt vor allem in der ersten Halbzeit, als er zusammen mit Witzig immer wieder gefährliche Aktionen über seine linke Seite kriert.


Quintillà: Treibt das St.Galler Spiel an, erobert viele Bälle und bestimmt den Rhythmus. Trotz dem einen oder anderen Fehlpass macht er ein gutes Spiel.


Görtler: Grossartig, ist er wieder zurück. Auch heute im vierten Einsatz nach seiner Verletzungspause ist er der Chef auf dem Platz. Fightet, geht voran, macht den Gegnern für 90 Minuten das Leben schwer und leitet den einzigen Treffer des Abends ein. Chapeau!


Witzig: Das 1:0 gehört zur Hälfte ihm. Stark, wie er den Ball wenige Zentimeter vor der Grundlinie scharf in die Mitte spielt und damit Akolo bedient. Einziger Wermutstropfen. Das 2:0 verpasst er kurz vor der Pause.


Toma: Spielt quick und quirlig hinter den Spitzen. Setzt dabei seine technischen Fähigkeiten ein und spielt mehr als einen klugen Pass in Richtung Geubbels und Akolo. In der zweiten Halbzeit ist er nicht mehr ganz so auffällig, was auch mit vermehrten Defensivaufgaben zu tun hat. Die erledigt er ebenfalls tadellos.


Geubbels: Der nächste hervorragende Auftritt. Spielt mit seiner Antrittsschnelligkeit die Zürcher Innenverteidigung mal für mal schwindlig.


Akolo: Überzeugt als einziger Torschütze des Abends. Es ist sein siebtes Saisongoal, womit er die interne Liste nun alleine anführt. Chapeau!


Okoroji: Ersetzt in der 67. Minute Isaac Schmidt und fällt mit starken Defensivaktionen sowie einigen schnellen Vorstössen auf.


Karlen: Kommt zur selben Zeit für Toma aufs Feld und macht ein ordentliches Spiel.


Schubert, Stevanovic: Greifen ab der 76. Minute für Akolo und Geubbels ein. Beide helfen mit, den

Vorsprung über die Runden zu bringen.


Diaby: Was für ein Kurzauftritt in der Schlussphase. Gewinnt jedes Kopfballduell und zeigt, dass der FC St. Gallen über drei herausragende Innenverteidiger verfügt. Wie er in der Nachspielzeit noch beinahe das 2:0 einleitet, ist grosse Klasse! Chapeau.




Stimmen zum Spiel




Bilder zum Spiel

Bilder: Franz Schefer, Manuel Nagel

Text und Ton: Marc Baumeler, James Wehrli


Comentários


bottom of page