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Schärfe statt Schwere

  • gruenweiss.sg
  • vor 17 Stunden
  • 2 Min. Lesezeit

Der FC St.Gallen reist am Sonntag zum Servette FC. Um 14 Uhr wartet im Stade de Genève der Abschluss einer englischen Woche, die den Espen bisher einiges abverlangt hat. Zwei Liga-Niederlagen in Folge stehen in der Bilanz, aber Panik wäre trotzdem der falsche Begleiter. Es geht in Genf darum wieder klarer zu werden. In den Zweikämpfen. In den Strafräumen. Im Kopf.

Die Ausgangslage: Es gibt Phasen, in denen ein Fussballteam nicht komplett aus der Spur gerät, aber trotzdem merkt: Der Wind kommt gerade von vorne. Beim FC St.Gallen ist das im Moment so. Die letzten Wochen waren vollgepackt mit grossen Abenden, langen Reisen, Rückschlägen, Rotationen, Verletzungssorgen und Spielen, die körperlich und mental Körner kosten. Zuerst war da dieser europäische Sommer, der lange Hoffnung machte und dann gegen Nordsjælland doch endete. Danach folgten Thun und GC. Zwei Spiele, die nicht nur wegen der Resultate weh taten, sondern wegen der Art und Weise.


Gegen Thun verteilte St.Gallen Geschenke, gegen GC fehlte über weite Strecken die Durchschlagskraft. Das lässt sich zwar nicht schönreden. Es lässt sich aber einordnen. Enno Maassen tut genau das. Er spricht nicht von Krise und nicht von kaputten Grundsätzen. Er spricht von Frische, Intensität, Schärfe. Von Spielern, die viel gespielt haben. Von einer Mannschaft, die selbstkritisch bleibt. Von der Notwendigkeit, in beiden Strafräumen wieder sauberer zu werden. Das ist nüchtern. Und wahrscheinlich genau richtig. Denn dieser FCSG muss nicht neu erfunden werden. Er muss wieder näher an sich selbst herankommen. Der Gegner: Die Genfer sind nicht ideal in die Saison gekommen. Nach fünf Partien stehen ein Sieg, ein Unentschieden und drei Niederlagen. Auch zuletzt war wenig Balsam dabei: In Lugano sah es lange nach einem Punkt aus, ehe Albian Ajeti in der Nachspielzeit traf. Gegen Luzern führte Servette früh, spielte ab der 20. Minute in Überzahl – und musste sich trotzdem mit einem 1:1 begnügen. Servette ist Gegner mit Qualität, aber ohne Sicherheit. Servette sucht Stabilität. Servette sucht Rhythmus. Servette sucht nach einer schwierigen letzten Saison den Beweis, dass es wieder in eine bessere Richtung gehen kann.



Die Espen: Beim FCSG wird die Aufstellung spannend. Hunziker, Efekele und Gaal fehlen. May ist im Aufbau. Etliche Spieler sind überspielt. St.Gallen braucht in Genf keine perfekte Inszenierung. Es braucht keine 90 Minuten Spektakel. Es braucht wieder mehr Konsequenz. Weniger einfache Ballverluste. Bessere Absicherung. Mehr Präsenz in den direkten Duellen. Und vor allem: klarere Aktionen im letzten Drittel. Die Chancen waren auch zuletzt durchaus da. Aber zu oft wurde aus guten Situationen zu wenig gemacht. Zu oft fehlte der letzte saubere Pass, der entschlossene Abschluss, die Überzeugung im richtigen Moment. Maassen sagt sinngemäss, es werde zwar kein Komplettumbau der Startelf geben – aber doch mehr als nur ein zwei Retouchen. Die Prognose: Servette ist angeschlagen. St.Gallen auch ein bisschen. Das macht die Partie offen.

Die Genfer werden zu Hause reagieren wollen. Der FCSG kann beweisen, dass die vier Niederlagen keine Richtung sind, sondern eine Phase. . Wir erwarten kein Feuerwerk. Eher ein enges, ruppiges, vielleicht auch etwas nervöses Spiel. Aber eines, in dem St.Gallen wieder mehr Klarheit findet.


Unser Tipp: Servette – FCSG 2:2




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