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Servette ist abgeklärter und effizienter

Der FC St.Gallen verliert das zweite Heimspiel in Folge. Er unterliegt Servette Genf mit 0:2 und befindet sich inmitten einer ganz schwierigen Woche.


Aufreger: Die Espen starten nicht schlecht in die Partie, sind feldüberlegen und kommen durch Toma früh zur ersten Chance. Servette steht hinten aber über die gesamte Spieldauer sicher, lässt kaum etwas zu und ist stets gefährlich auf Konter. Einen solchen schliesst Pechvogel Stanic mit einem Kopfball-Eigentor ab. Es ist der erste Ball auf Zigis Tor. Die Aktion ist sinnbildlich für diesen Abend. Die Genfer führen zu diesem Zeitpunkt unerwartet, erzielen nur sieben Minuten nach dem ersten durch Antunes auch ihr zweites Tor und gehen mit diesem Vorsprung in die Pause. Nach dem Seitenwechsel erarbeiten sich die St.Galler einige Chancen, bleiben aber im Abschluss harmlos und so resultiert die zweite Niederlage innert drei Tagen.


Makel: St.Gallen wirkt harmlos, über weite Strecken emotionslos und irgendwie blockiert. Es gelingt offensichtlich nicht, die Vorgänge und Diskussionen seit dem Sonntagnachmittag aus den Köpfen zu bringen. Zu fehlerhaft, zu unkonzentriert und zu wenig entschlossen im Abschluss spielt Peter Zeidlers Team. Der Sieg einer reifen und bestens organisierten Genfer Mannschaft ist verdient.


Schiedsrichter: Luca Cibelli leitet die Partie ruhig und umsichtig. Er liegt in den entscheidenden Szenen richtig und benötigt keine Unterstützung aus Volketswil.


skurril: Jérémy Guillemenots Rückkehr in den kybunpark. «Mein zweites Zuhause», nennt er es im Interview mit dem SRF nach dem Spiel. Er ist ein gern gesehener Gast, weil er einige hochkarätige Chancen freundlich liegen lässt. Rene Weiler nimmt ihn nach 56 Minuten vom Platz.


Causa Görtler: Natürlich hängt der vergangene Sonntag mit dem völlig ungerechtfertigten Platzverweis gegen Lukas Görtler auch heute noch in der Luft. Görtler ist gesperrt, er darf nicht mittun und er fehlt mit seiner Kampfkraft, seinem Leadership und seiner Ausstrahlung auf dem Platz. Im Herbst gelang es den Espen während mehrerer Wochen, den Ausfall des Captains zu kompensieren. Heute schaffen sie es nicht. Genauso wenig gelingt es uns und wohl vielen Fans im Stadion nicht, ständig an den Grund für sein Fehlen zu denken. Das ist absolut verständlich und gleichermassen gefährlich. Irgendwie müssen alle Grünweissen, die Causa Görtler oder viel mehr die Causa Schweizer Schiedsrichterwesen überwinden, damit diese vermaledeite Woche nicht auch noch gleich schlecht aufhört, wie sie vor drei Tage begonnen hat. Weiter gehts am Sonntag mit der Auswärtspartie gegen den FC Luzern.


Abschied: Direkt im Anschluss an das Spiel gibt der FCSG bekannt, dass Stefano Guidotti die Ostschweiz per sofort verlässt. Der 24-jährige Tessiner setzt seine Karriere bei Olbia Calcio in der Serie C fort.


FCSG 1879 – Servette FC 0:2 (0:2)

kybunpark – 14'219 Zuschauer – SR Luca Cibelli (VAR Stefan Horisberger).


Tore: 19. Stanic (Eigentor) 0:1, 26. Antunes (Kutesa).


St.Gallen: Zigi; Zanotti, Vallci, Stanic, Okoroji (79. Sutter); Stevanovic (46. Konietzke), Quintillà (Cap.), Schmidt (68. Witzig); Toma (75. Mambimbi); Möller (46. Schubert), Akolo.


Servette: Mall; Tsunemoto, Rouiller (Cap.), Severin, Mazikou; Bolla (56. Magnin), Cognat, Ondua, Kutesa (90. Ouattara); Antunes (85. Diba); Guillemenot (56. Crivelli).


Verwarnungen: 16. Bolla (Foul), 79. Konietzke (Foul), 86. Tsunemoto (Foul), 88. Zanotti (Foul).


Bemerkungen: St.Gallen mit Watkowiak, Janitzek, Sutter, Schubert, Diaby, Mambimbi, Witzig, Krasniqi, Konietzke (Ersatzbank) und ohne Görtler (gesperrt), Geubbels, von Moos, Karlen, Fazliji, van der Venne (alle verletzt), Dumrath, Nuhu (beide nicht im Aufgebot). Servette ohne Baron, Stevanovic, Douline (alle verletzt), Besson, Rodelin, Onguéné (alle nicht im Aufgebot).





Einzelkritik


Zigi: Bei beiden Gegentoren machtlos. Ansonsten ist er der gewohnt sichere Rückhalt.


Zanotti: Der Beste.


Vallci: Rettet einmal auf der Linie, macht wenige Fehler und zeigt eine ordentliche Partie.


Stanic: Leitet mit seinem unglücklichen Eigentor die Niederlage ein.


Okoroji: Muss nach 79 Minuten verletzt vom Platz. Bis dahin ist er defensiv solide und schaltet sich oft in den Angriff ein.


Quintillà: Ungewohnt fehlerhaft. Es gelingt ihm kaum, grossen Einfluss auf das Spiel zu nehmen. Er ist stellvertretend für ein Mittelfeld, das Ball und Gegner zu oft hinterher laufen muss.


Stevanovic: Sein Ballverlust in der gegnerischen Platzhälfte bildet den Ursprung des zweiten Gegentreffers. Macht zur Pause Platz für Konietzke.


Schmidt: Emsig und laufstark wie immer. Die gefährlichen Pässe fehlen aber und im Abschluss agiert er wenig überzeugend.


Toma: Auch er ist viel unterwegs, kann dem Spiel aber seinen Stempel kaum aufdrücken.


Akolo: Gleiches gilt für den Stürmer.


Möller: Am vergangenen Sonntag kam er für Geubbels ins Spiel und konnte seine fehlende Spielpraxis sowie sein fehlendes Selbstvertrauen nicht verbergen. Das ist heute nicht wesentlich anders. Immerhin kommt er zu einer guten Aktion, als er sich im Strafraum durchsetzen kann. Sein Schuss zieht aber am rechten Torpfosten vorbei. Peter Zeidler wechselt ihn in der Halbzeit aus.


Schubert: Wer weiss, was noch möglich gewesen wäre, hätte er seine grosse Chance direkt nach Wiederanpfiff nutzen können. Es bleibt seine einzige bis zum Schluss.


Konietzke: Gibt sein Super League Début und macht das ordentlich. Spielt unbeschwert und deutet an, dass er auch heute zurecht im Kader der ersten Manschaft steht.


Witzig, Mambimbi, Sutter: Kommen zu einem Zeitpunkt ins Spiel, als die Hoffnung auf Punkte nicht mehr gross ist.



Bilder zum Spiel:

Bilder: Franz Schefer

Text und Ton: Marc Baumeler

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