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Schubert lässt uns jubeln

Aktualisiert: 27. Aug. 2023

Kurz vor Schluss gleichen die Espen im Letzigrund gegen den FC Zürich aus und fahren mit einem wichtigen, etwas glücklichen aber trotzdem verdienten Auswärtspunkt nachhause.

Aufreger: Tief in der Nachspielzeit kommen die Espen nochmal zu einem Eckball von der linken Seite. Quintillà bringt die Flanke gut in den Strafraum, Zigi – jawohl, er – steigt hoch und bringt den Ball irgendwie vor Fabian Schuberts Fuss, der den Ball über die Linie drückt. Schubi läuft in die Kurve zu den St.Galler Fans. Der Jubel kennt keine Grenzen, bis Schiedsrichter Dudic den Treffer aberkennt. Der VAR meldet sich und überprüft die Szene während rund drei Minuten. Bangen, Hoffen, Zittern. Dann die Erlösung aus Volketswil: Der Treffer zählt! Schubi, das Team und die halbe Bank laufen nochmals vor den Gästesektor und zelebrieren den hochverdienten Ausgleich. Davor sieht es lange nach einem glücklichen Sieg für den FCZ aus, weil Okita in der 56. Minute bemerkt, dass Zigi nach der Zürcher Balleroberung zu weit vorne stehen bleibt und überlistet ihn mit einem sehenswerten Schuss aus rund 30 Metern. «Konzentrationsfehler», nennt es Peter Zeidler im Interview.

Makel: Die Espen zeigen keine schlechte Partie. Sie sind dem Tabellenführer über weite Strecken überlegen. Was fehlt, ist die Durchschlagskraft und die Überzeugung. So bleiben die Chancen, die teils gefällig herausgespielt werden, lange Zeit ungenutzt. Bitter ist auch die Verletzung von Lukas Görtler. Nachdem er Mathew im Mittelfeld gefoult hat, übertritt er sich den linken Fuss. Er muss von den Betreuern gestützt werden, als er den Platz verlässt. Nach dem Spiel humpelt er an Krücken durch die Katakomben des Stadions Letzigrund. Wie schwer die Verletzung ist und wie lange der Kapitän ausfallen wird, ist noch nicht klar. Die besorgten Gesichter um ihn herum, lassen aber wenig Positives erahnen.

Schiedsrichter: Alessandro Dudic zieht nicht seinen besten Abend ein und fällt teils fragwürdige Entscheide. Zum Beispiel in der 51. Minute, als Kamberi bei einem Tackling gegen Witzig im Rasen hängen bleibt, sich zum Glück nicht verletzt, aber den St.Galler danach alleine in Richtung FCZ-Tor ziehen lassen muss. Dudic entscheidet auf Stürmerfoul und beraubt die Espen damit einer hervorragenden Torchance. Nach dem Ausgleich übersieht der Ref zudem eine rüde Attacke gegen von Moss. Ein Zürcher Verteidiger steht dem bereits am Boden liegenden St.Galler Stürmer auf den Bauch. Die Spuren der Stollen sind nach dem Spiel auf von Moos' «sixpack» gut zu erkennen. Besser meint es an diesem Abend der Videoschiedsrichter mit den St.Gallern. In der 86. Minute bestätigt er Dudics Entscheid, wonach Marchesano beim vermeintlichen 2:0 im Abseits stand und in der 98. Minute lässt uns der VAR definitiv über den Ausgleich jubeln.


skurril: Die Art und Weise wie sich Bo Henriksen an der Medienkonferenz der beiden Trainer nach dem Spiel verhält, ist nicht nur skurril, sondern auch unanständig. Während Peter Zeidler das Spiel aus seiner Sicht zusammenfasst, schaut sein Zürcher Kollege demonstrativ gelangweilt in eines seiner beiden Handys. Nach der letzten Journalistenfrage verlässt er den Medienraum ohne Zeidler eines Blickes zu würdigen – geschweige denn, sich von ihm zu verabschieden. Auf den Beginn der Konferenz musste man übrigens länger warten, weil Herr Henriksen vor dem Stadion ein offenbar sehr wichtiges Telefonat zu führen hatte.


abseits: Rund 1'500 St.Galler Fans begleiten die Mannschaft an dieses Auswärtsspiel gegen den Tabellenführer der Super League. Schöne und stattliche Gäste-Kulisse! Wir freuen uns jetzt schon auf das Heimspiel nächsten Samstag im kybunpark, wenn das ganze Stadion wieder grünweiss sein wird.



FC Zürich – FCSG 1879 1:1 (0:0)

Letzigrund – 16'570 Zuschauer – SR Alessandro Dudic (VAR Sandro Schärer)


Tore: 56. Okita (Mathew) 1:0, 90.+4 Schubert 1:1.


Zürich: Brecher; Kamberi, Katic, Daprelà; Boranijasevic, Condé, Mathew, Guerrero; Rohner (46. Marchesano), Afriyie (72. Conceição), Okita (90. Hornschuh).

St.Gallen: Zigi; Zanotti, Vallci, Diaby, Okoroji (75. Sutter); Görtler (75. Stevanovic), Quintillà, Fazliji, Witzig (87. Schubert); Geubbels (59. von Moos), Akolo (75. Möller).


Verwarnungen: 45.+2 Akolo und Katic (beide Unsportlichkeit), 47. Okoroji (Foul), 65. Witzig (Foul), 79. Conceição (Foul), 89. von Moos (Foul).


Bemerkungen: Zürich ohne Omerovic, Bar, Avdijaj, Ligue, M. Reichmuth, Guzzo, Hodza, Seiler, N. Reichmuth (alle nicht im Aufgebot). St.Gallen mit Watkowiak, Nuhu, Sutter, Schubert, von Moos, Möller, van der Venne, Krasniqi, Stevanovic und ohne Janitzek, Karlen, Schmidt, Guidotti (alle verletzt/krank), Dumrath, Lüchinger (beide nicht im Aufgebot). – 86. Tor von Marchesano vom VAR wegen Abseits aberkannt.




Der Beste



Einzelkritik


Zigi: Das Gegentor muss er zu einem grossen Teil auf seine Kappe nehmen. Er steht zu lange, zu weit vorne. Mit seinem Assist zum Augsleichstreffer bügelt er den Fehler dann wieder aus.


Zanotti: Zeigt ein richtig starkes Spiel. Lässt nichts anbrennen und hält die rechte Seite dicht. Vor allem nach dem Rückstand beeindruckt er auch durch seine Körpersprache, die allen zeigt: «Wir werden hier mindestens noch ausgleichen.

Vallci: Der Österreicher zeigt ein solides Spiel, gewinnt wichtige Zweikämpfe, leistet sich kaum Fehler und holt mit einem gelungen Dribbling und einem geblockten Abschluss an der gegnerischen Strafraumgrenze den Eckball heraus, der zum Ausgleich führt.


Diaby: Auch er bleibt in der Defensive ohne Fehl und Tadel. Im Spielaufbau gelingen ihm mehrere präzise, weite Zuspiele.

Okoroji: Macht sein erstes Spiel von Anfang an und kann eine gewisse Nervosität nicht verbergen. Mit ein, zwei technischen Problemen in der Ballbehandlung offeriert er den Zürchern die Möglichkeit für ihr schnelles Umschaltspiel. Wie er in der zweiten Halbzeit einmal am linken Flügel an Boranjasevic vorbeizieht und eine gut Flanke in die Mitte bringt, ist dann stark. Gerne mehr davon.


Görtler: Bis zu seiner Verletzung zeigt er eine gewohnt souveräne Leistung. Gute Besserung Lukas!

Fazliji: Topleistung auch im Letzigrund. Er erobert Bälle, verarbeitet sie auch unter grossem Druck präzise und spielt kluge Pässe. Chapeau!


Quintillà: Steht seinem Compagnon im zentralen Mittelfeld in nichts nach. Er ist präsent, organisiert das Spiel und tritt gute Standards.


Witzig: Kommt zu mehreren Abschlüssen und kann sich immer wieder gut in Szene setzen. Hätte sich mit seinem Auftritt ein Tor verdient.


Akolo: Zeigt eine ordentliche Partie. Ein Tor gelingt ihm heute aber nicht.


Geubbels: Kämpft, rackert, geht weite Wege und leitet dann und wann Bälle geschickt weiter. Dass er nicht vor Selbstvertrauen strotzt und ihm deshalb einiges misslingt, kann er auch heute nicht ändern.

von Moos: Ersetzt nach 59 Minuten Geubbels und bringt nochmals Schwung ins St.Galler Angriffsspiel.


Möller, Stevanovic, Sutter: Sie kommen in der 75. Minute aufs Feld und tragen ihren Teil dazu bei, dass der FCSG nicht als Verlierer vom Platz gehen muss.

Schubert: Mit seinem Tor ist er der Matchwinner.




Stimmen zum Spiel





Bilder zum Spiel

Fotos: Franz Schefer








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