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Heroisch gekämpft und doch verloren

Der FCSG 1879 verliert im St. Jakob-Park gegen den FC Basel mit 2:3. Heroisch kämpfen die Espen mehr als eine Halbzeit lang mit einem Mann weniger. Defensive Unzulänglichkeiten und strittige Schiedsrichterentscheide führen trotzdem zu einer unnötigen und unglücklichen Niederlage.

Aufreger: Achtung, fertig, los! Nach weniger als einer Zeigerumdrehung hat Karlen bereits die Führung auf dem Fuss. Er verzieht aber. In der 6. Minute erobert Guindo einen Ball hervorragend. Via Akolo und Isaac Schmidt kommt das Spielgerät zu Guillemenot, der sicher zum 1:0 verwandelt. St.Gallen führt früh und beeindruckt mit hohem Pressing. Die Reaktion von Basel ist ebenfalls stark. Amdouni benötigt nach einer Viertelstunde nur zwei Minuten um das Spiel zu drehen. Akolo trifft dann leider nur den Pfosten, Stillhart dafür als letzter Mann seinen Gegenspieler, was ihm direkt Rot einbringt. Heldenhaft kämpfen die St.Galler während 55 Minuten in Unterzahl, verteidigen ihr Tor, lassen nur wenig zu und erhalten dank Sven Wolfensberger, der in Volketswil den VAR gibt, nach der dritten strittigen Szene im Basler Strafraum endlich einen Strafstoss. Görtler erzielt den Ausgleich im Nachsetzen. In der 83. Minute wechselt Alex Frei dann Bradley Fink ein. 29 Sekunden später trifft dieser zum 3:2 Endstand. Schade! Einen Auswärtspunkt hätten sich die St.Galler mit dieser Leistung verdient.


Makel: Die Ostschweizer leisten sich zu viele Fehler in der Defensive. Vor dem ersten Gegentreffer hindern weder Schmidt noch Guindo, Michael Lang am Flanken. Vor dem zweiten Basler Tor verliert Quintillà Amdouni erst aus den Augen und lässt sich anschliessend zu leicht ausspielen. Dass Maglica vor dem Blitztor durch Fink nicht eingreift und den Ball durchrutschen lässt, ist unerklärlich und besiegelt die Niederlage, die als äusserst unglücklich bezeichnet werden muss.


Schiedsrichter: Sandro Schärer zeigt keine gute Leistung, weil er drei penaltywürdige Interventionen von Basels Verteidigung übersieht. Dass sich der VAR erst beim dritten Mal meldet, ist ebenso ärgerlich. Das sehen nicht nur wir durch unsere grünweisse Brille so, sondern beispielsweise auch die Experten im Studio von blue. Comas könnte man nach seinem taktischen Hands ebenfalls mit einer zweiten gelben Karte unter die Dusche schicken.

skurril: Wehrli und Weibel kommentieren für fcsg.fm das Auswärtsspiel im Basler St. Jakob-Park. Während der ersten Halbzeit muss Wehrli für einige Minuten alleine erzählen, was auf dem Platz geschieht. Weibel wird von blue für deren Pausenprogramm interviewt.


abseits: Während Jahren galt das Joggeli als uneinnehmbare Festung. Es war das Epizentrum des Schweizer Fussballs. Das hat sich definitiv verändert. Offiziell sind zwar 22'630 Fans zugegen. Das Stadion ist aber maximal zur Hälfte gefüllt – der obere dritte Rang gar komplett geschlossen. An diesem nasskalten Abend wird offensichtlich, dass unterdessen Bern und St.Gallen die beiden Fussballstädte der Schweiz sind.



FC Basel 1893 - FC St.Gallen 1879

St. Jakob-Park - 22'630 Fans - SR: Sandro Schärer


Tore: 6. Guillemenot 0:1, 15. Amdouni 1:1, 17. Zigi (ET) 2:1, 71. Görtler 2:2, 83. Fink 3:2.


Basel: Hitz; Lang, Comas, Adams, Pelmard; Xhaka, Burger (82. Fink); Males (75. Millar), Amdouni (75. Diouf), Ndoye; Zeqiri (68. Augustin).

St.Gallen: Zigi; Sutter (68. Schneider), Stillhart, Maglica, Guindo; Quintillà; Görtler, Karlen (37. Stergiou), Schmidt (68. Kräuchi); Akolo (63. Alves), Guillemenot (63. Latte Lath).


Verwarnungen: 22. Burger (Foul), 24. Maglica (Hands, im nächsten Spiel gesperrt), 30. Akolo (Foul), 33. Schmidt (Unsportlichkeit), 35. Zigi (Reklamieren), 38. Görtler (Reklamieren), 79. Comas (Foul), 87. Xhaka (Foul), 93. Augustin (Foul), 94. Lang (Foul).


Bemerkungen: Basel mit Salvi, Katterbach, Millar, Diouf, Augustin, Szalai, Fink, Frei, Ltaief (Ersatz) sowie ohne Lopez, Tushi, Marchand (verletzt), De Mol, Essiam, Sène, Vogel, Onyegbule, Kade, Adjetey, Calafori und Chipperfield (n.i.A./U21). St.Gallen mit Watkowiak, Stergiou, Latte Lath, Schneider, Alves, Kräuchi, Jaćović, Guidotti, Ndombasi (Ersatz) sowie ohne Schubert, von Moos, Vallci, Besio, Witzig (verletzt/krank), Münst, Kempter und Dumrath (n.i.A./U21). - 26. Schuss von Akolo an den Innenpfosten. - 35. Rote Karte gegen Stillhart (Notbremse) - 71. Hitz wehrt Foulpenalty von Görtler ab, dieser verwertet im Nachschuss.



Der Beste



Einzelkritik


Zigi: Hält wieder einige Bälle sehr stark, hat aber beim zweiten Gegentor Pech, dass der Ball via Pfosten und seinem Rücken den Weg ins Goal findet. Von offizieller Seite wird es sogar als Eigentor gewertet.


Sutter: Kämpft, rackert und bringt sich zwei, drei Mal in aussichtsreiche Positionen. Über seine Seite gelingt dem FC Basel nichts Gefährliches. Passable Leistung bis zur Auswechslung in der 68. Minute.


Stillhart: Zieht in der 35. Minute die Notbremse und wird deshalb folgerichtig vom Platz gestellt. Bis zu diesem Zeitpunkt spielt er richtig gut.


Maglica: Steht in der Startelf, rechtfertigt diese Nominierung allerdings nur bedingt. In der 83. Minute muss er die Flanke von Michael Lang abfangen. Sein fehlendes Eingreifen ermöglicht das spielentscheidende Tor. In der 24. Minute erhält er von Sandro Schärer eine gelbe Karte gezeigt. Es ist die vierte in der laufenden Saison und somit wird auch er nächstes Wochenende in Bern fehlen.


Guindo: Licht und Schatten beim 19-jährigen Malier. Vor dem 1:0 erobert er den Ball und leitet damit den Angriff ein, der zum 1:0 führt. Auch sonst gelingt ihm in der Vorwärtsbewegung viel Positives. Alle Gegentore werden aber über seine Seite eingeleitet. Lang kann viel zu oft gefährlich flanken.


Quintillà: Defensiv mit dem Aussetzer vor dem 1:2 (siehe Makel) und bei den Standards gelingt es ihm einmal mehr nicht, für Gefahr zu sorgen. In Unterzahl hält er aber das Mittelfeld gut zusammen.


Görtler: Der Beste


Schmidt: Seine erste Partie nach der Vertragsverlängerung gefällt. Mit dem Ball am Fuss ist er quirlig, schnell und einfallsreich. Allerdings spielt auch er auf der linken Seite, über die drei Gegentore vorbereitet werden.


Karlen: Hat bereits in der ersten Minute des Spiels den Führungstreffer auf dem Fuss und zeigt auch sonst eine ansprechende Leistung. Taktisch bedingt wird er nach der roten Karte gegen Stillhart noch in der ersten Halbzeit ausgewechselt und durch Stergiou ersetzt.


Akolo: Stark! In der ersten Halbzeit ist er ein steter Unruheherd in der Basler Defensive. Hat Pech, dass sein Abschluss in der 26. Minute nur am Innenpfosten statt im Tor landet. Seine Leistung nach einer anstrengenden Länderspielwoche, aus der er angeschlagen zurückkam, beeindruckt.


Guillemenot: Auch er zeigt eine sehr ansprechende Partie. Trifft, wird im Strafraum gefoult und steht seinem Sturmpartner in Sachen Chaos verbreiten in nichts nach.


Stergiou: Wird nach dem Platzverweis von Basil Stillhart von Zeidler aufs Feld geschickt und bleibt bis zum Schluss fehlerlos. Mit seiner Schnelligkeit läuft er viele Basler Steilzuspiele ab.


Alves: Kommt in der 63. Minute ins Spiel und sorgt zusammen mit den übrigen Einwechsel-Spielern dafür, dass Basel nochmals um den Sieg gegen zehn St.Gallern zittern muss.


Latte Lath: Läuft sich nach seiner Einwechslung die Lunge aus dem Leib und setzt die Basler Abwehr Mal für Mal unter Druck. Das gefällt – vor allem auch, weil er die Woche über krank war.


Schneider: Spielt ab der 68. Minute und für ihn gilt Gleiches wie für Alves.


Kräuchi: Auch er wird in der 68. Minute eingewechselt. Es ist erst sein zweiter Super-League-Einsatz nach seiner schweren Knieverletzung vor eineinhalb Jahren. Dabei setzt er ein Ausrufezeichen. Er holt den Elfmeter raus und kommt kurz vor Schluss noch zu einem gefährlichen Abschluss aus spitzem Winkel. Chapeau!



Stimmen zum Spiel:




Bilder zum Spiel

Biler: Manuel Nagel