die nächste cupfinalniederlage

Aufreger: Nach fünf Minuten liegen die Espen bereits hinten. Der erste Eckball für Lugano wird von Celar zur frühen Führung genutzt. Ein katastrophaler Start in die Partie. Wie das Publikum und vor allem aber die Mannschaft darauf reagieren, ist stark. Die Espen drängen die Luganesi hintenrein und kommen nach zwanzig Minuten zum verdienten Ausgleich. Maglica verwertet die gute Freistossflanke von Ruiz mit dem Kopf. Das wars dann aber mit den Aufregern für St.Gallen. Das 2:1 kurz vor der Pause ist der Gamechanger und macht sowohl Stimmung als auch Glauben an einen Cupsieg zunichte. Lugano spielt souverän, abgezockt und stark zu Ende. Die Tessiner sind verdienter Cupfinalsieger. Sie sind besser. 

 

Makel:  Jordi Quintillà spricht von einer ganz schlechten taktischen Leistung. So könne man ein Finalspiel nicht für sich entscheiden. Dem haben wir nichts hinzuzufügen. 

 

Schiedsrichter: Einzelne St.Galler können die Nervosität das ganze Spiel über nicht ablegen. Ihnen eifert Urs Schnyder nach. Er fällt einige seltsame Entscheidungen und übersieht teilweise grobe Fouls. (z.B. kurz vor dem 4:1). Spielentscheidend ist er aber nicht und erhält deshalb von uns doch eine knapp genügende Note. 

 

skurril: Das Wankdorfstadion wurde am 30. Juli 2005 eröffnet. Ihr kennt die Geschichte. Für den nächsten Cupfinal mit St.Galler Beteiligung fordern wir eine Spielverlegung irgendwohin, wo wir mindestens theoretisch gewinnen könnten. 

 

abseits: Was für eine Wucht, die da aus der Ostschweiz kommt. Bern ist in grünweiss getaucht. Der Fanmarsch, die Stimmung vor dem Stadion, die Stimmung im Stadion. Das alles ist kaum zu beschreiben. Grossartig. Wir sind der FC St.Gallen. 

 

 

FC Lugano - FC St.Gallen 1879 4:1 (2:1) 

 

Wankdorf – 28'500 Zuschauerinnen und Zuschauer – SR. Urs Schnyder

 

Tore: 5. Celar 1:0, 21. Maglica 1:1, 44. Custodio 2:1, 58. Bottani 3:1, 69. Haile-Selassie 4:1

 

Lugano: Saipi; Lavanchy, Ziegler, Daprelà (85. Hajrizi), Valenzuela; Lovrić; Custodio (66. Haile-Selassie), Sabbatini, Rüegg; Celar, Bottani (79. Amoura).

 

St.Gallen: Watkowiak; Sutter (73. Fazliji), Stergiou, Maglica, Schmidt; Görtler, Quintillà, Ruiz (80. Lungoyi); von Moos (73. Toma), Duah (73. Schubert), Guillemenot (80. Besio).

 

Verwarnungen: 55. Duah (Foul), 71. Maglica (Foul), 77. Toma (Foul)

 

Bemerkungen: Lugano mit Osigwe, Hajrizi, Amoura, Durrer, Haile-Selassie, Costa Da Silva, Belhadj, Aliseda und Nikolas Muci. St.Gallen mit Zigi, Stillhart, Schubert, Cabral, Fazliji, Lungoyi, Besio, Jankewitz und Toma (Ersatz) sowie ohne Münst (verletzt), Abaz, Nuhu, Kempter, Kräuchi, Jaćović, Babić, Witzig, Clément, Lüchinger und Diarrassouba (nicht im Aufgebot).

Der beste

einzelkritik

Watkowiak: Rechtfertigt seine Nomination als Cupgoalie mit starker Ausstrahlung und guten Paraden. Trotz der vier Gegentore ist er der beste St.Galler auf dem Feld. 

 

Schmidt: Zeigt kein schlechtes Spiel. Er gehört zu jenen Espen, die einigermassen auf ihr gewohntes Leistungsniveau kommen. Sorgt zusammen mit Ruiz auf der linken Seite immer wieder für Dampf. Ein Tor oder ein entscheidender letzter Pass, gelingt ihm nicht. 


Stergiou: Hat mit Celar einen der formstärksten Stürmer in der Schweiz zu verteidigen. Das macht er meist gut. Ansonsten wirkt er aber ungewohnt nervös und fahrig. 

 

Maglica: Macht den Ausgleich. Der schönste Moment an diesem Nachmittag. Macht aber auch den Fehler vor dem zweiten Tessiner Treffer, der die Niederlage einläutet. 

 

Sutter: Da gibts nichts zu kritisieren. Er spielt als einziger so wie immer. Wach, zweikampfstark, bissig und unbeeindruckt. 

 

Quintillà: Er fasst im Interview nach dem Final das Spiel sehr gut zusammen. Auf dem Platz kann er am zu ungeduldigen und taktisch teils naiven Verhalten der Espen wenig ändern. 
 

Görtler: Geht voran, feuert seine Mitspieler und zuweilen auch die grünweisse Wand hinter dem Tor an. Er kämpft mit Gegner und Schiedsrichter. Das ist alles grossartig. Im Spiel selber kann er aber kaum Glanzpunkte setzen. 

 

Ruiz: Topflanke vor dem 1:1. In der ersten Halbzeit zudem mit vielen starken Balleroberungen. Er wuselt und spielt stark. In der zweiten Halbzeit kann er dann nicht mehr richtig Einfluss aufs Spiel nehmen. 

 

Guillemenot: Ist in der Phase nach dem frühen Rückstand ein steter Unruheherd und einer, der Lugano das Leben schwer macht. In der zweiten Halbzeit ist er gleich engagiert, ohne dabei gefährliche Aktionen kreieren zu können. 

 

Duah: Ist in der Lugano Verteidigung bestens aufgehoben. Kommt kaum zum Abschluss und kann keinen Einfluss aufs St.Galler Offensivspiel nehmen. 

 

von Moos: Sehr agil, sehr bemüht. Ohne Ballglück und ohne Durschlagskraft. 

 

Toma, Schubert, Fazliji, Besio, Lungoyi: Kommen alle beim Stand von 1:4 aufs Feld. Nüchtern betrachtet, wäre ein Wende zu diesem Zeitpunkt einem Wunder gleichgekommen.

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Bilder: Manuel Nagel